Montag, 4. August 2008

Vegane Ernährung für Kids nicht geeignet:
Deckt Energie- und Nährstoffbedarf nicht ab

  • Eisen kann mit Fleisch besser aufgenommen werden
  • Veganer Ernährungsstil besonders für Babys schlecht

Ein vegane Ernährung ist nicht für Kinder geeignet. Diese Ernährungsform, die auf alle vom Tier stammenden Lebensmittel - wie Fleisch, Fisch, Milch, Eier, Honig - verzichte, könne den Energie- und Nährstoffbedarf von Kindern und besonders von Babys nicht decken, warnt der Zwickauer Kinder- und Jugendarzt Hans-Jürgen Nentwich.

Bei einer vegetarischen, also lediglich fleischlosen Ernährung sollten die Eltern auf geeignete Lebensmittelkombinationen achten, um beispielsweise den Eisenbedarf des Kindes zu decken.

Eisen kann mit Fleisch besser aufgenommen werden als mit pflanzlichen Lebensmitteln. Fleisch hat eine sogenannte Bioverfügbarkeit für Eisen von bis zu 40 Prozent, erklärt der Mediziner. Eisenhaltige pflanzliche Lebensmittel erreichten nur eine Bioverfügbarkeit von maximal 15 Prozent. Um für eine gute Eisenaufnahme zu sorgen, müssten Vegetarier vitamin-C- und eisenhaltige Nahrungsmittel zusammen verzehren, wie zum Beispiel einen Vollkornreisauflauf mit Brokkoli.

Lecker: Getreidekeime und Roggenkleie
"Milchprodukte sollten Kinder dazu nicht erhalten, da Milch die Verfügbarkeit von Eisen vermindert", empfiehlt der Professor. Eingeweichte Getreidekeime oder Hülsenfrüchte können unter Umständen ebenso für eine bessere Eisenaufnahme im Körper sorgen, wenn sich dadurch der Phytatgehalt des Lebensmittels verringert.

Dieser Stoff bindet Kalzium, Magnesium, Eisen und Zink im Magen und Darm, so dass der Körper diese Nährstoffe nicht mehr verwerten kann und unverdaut ausscheidet. Mais, Soja, Weizen- und Gerstekleie enthalten besonders viel Phytat, Roggenkleie dagegen nicht. (apa/red)

4.8.2008 17:25