Mittwoch, 6. August 2008

Abschied von Nobelpreisträger: Alexander Solschenizyn wurde in Moskau beigesetzt

  • Hunderte Menschen bei Feier im Donskoj-Kloster
  • Solschenizyn bekam 1970 den Literaturnobelpreis

Zur Beisetzung des Literaturnobelpreisträgers und früheren Regimekritikers Alexander Solschenizyn haben sich Hunderte Menschen im Moskauer Donskoj-Kloster versammelt. Der offene Sarg mit dem Leichnam des weltweit geschätzten Schriftstellers war in der Kathedrale aufgebahrt. Hunderte meist einfach gekleidete Menschen nahmen von dem Bürgerrechtler Abschied. Solschenizyn hatte die kommunistischen Verbrechen unter Sowjetdiktator Josef Stalin in seinen Büchern öffentlich angeklagt. Er war im Alter von 89 Jahren in seinem Moskauer Haus gestorben.

Bereits in der Nacht hatten Studenten am Sarg des Schriftstellers Gebete gelesen, wie der Radiosender "Echo Moskwy" berichtete. Die Zeremonie in der Kathedrale des Klosters der russisch-orthodoxen Kirche wurde von zahlreichen Sicherheitskräften bewacht. Zu der Beisetzung kam auch Präsident Dmitri Medwedew.

Geistliche, Angehörige und Anhänger Solschenizyns hielten den gesamten Morgen Kerzen am Mahagoni-Sarg. Als Solschenizyns Hauptwerk gilt "Archipel Gulag" (1973). Darin arbeitete er als Augenzeuge den Stalin-Terror in den sowjetischen Straflagern auf.

(apa/red)

6.8.2008 12:47