Streik bei Lufthansas CityLine beendet: Lage zwischen beiden Parteien noch festgefahren
- In letzten 2 Tagen 500 Flüge in Summe ausgefallen
- Schnelle Normalisierung des Flugbetriebs erwartet
Die Vereinigung Cockpit hat mit ihrem 36-stündigen Pilotenstreik bei der Lufthansa für 500 ausgefallene Flüge gesorgt. Der Ausstand bei der Regionaltochter CityLine ist beendet. Nach Angaben der größten deutschen Fluggesellschaft normalisierte sich danach aber der Verkehr wieder. Am Wochenende sind demnach keine Streichungen bei der CityLine mehr zu befürchten. Die Gewerkschaft will mit dem Arbeitskampf Gehaltserhöhungen erreichen. Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber forderte Cockpit auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.
Der Streik begann am 7. August 2008 um Mitternacht und endete 8. August um 12.00 Uhr. Von den 570 geplanten CityLine-Flügen fielen laut Lufthansa 500 aus. Betroffen waren etwa zehn Prozent aller Lufthansa-Passagiere insgesamt. Bei Flügen, die nach 12.00 Uhr starteten, gab es keine Probleme mehr.
Keine Äußerdungen zu Kosten
Zu den Kosten äußerte sich die größte deutsche Fluggesellschaft nicht. Der Streik der Gewerkschaft Ver.di in der vergangenen Woche kostete nach Unternehmensschätzungen bereits eine Summe im unteren zweistelligen Millionenbereich. Der Ausstand dauerte allerdings fünf Tage und war für die die Lufthansa unter anderem mit einem Sonderflugplan viel komplizierter.
Lufthansa-Chef Mayrhuber forderte die Vereinigung Cockpit auf, mit dem Unternehmen wieder zu verhandeln. Derartige Aktionen gefährdeten die Wettbewerbsfähigkeit und damit Arbeitsplätze bei der Lufthansa, sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Er forderte die Streikenden auf, ihr Gehaltsniveau und ihre Arbeitsbedingungen mit denen der Konkurrenz zu vergleichen. "Sie verdienen bereits in der Größenordnung 20 bis 25 Prozent mehr als vergleichbare Piloten im Regionalverkehr."
Vergütungstarifvertrag war Streitpunkt
Hintergrund der Auseinandersetzung ist ein neuer Vergütungstarifvertrag für CityLine-Piloten. Cockpit fordert eine "substanzielle Erhöhung", nannte aber keine Prozentzahl. Die Lufthansa bietet eine zweistufige Gehaltserhöhung von drei und 2,5 Prozent für 18 Monate sowie Einmalzahlungen.
Der nächste Konflikt droht mit der Flugbegleitergewerkschaft UFO im kommenden Jahr. Die Stewardessen wollen den mit Ver.di gefundenen Tarifabschluss nicht übernehmen und planen, deutlich mehr Geld zu fordern.
(apa/red)


