Mittwoch, 6. August 2008

"Kleckern statt Klotzen": Österreicher reagieren auf Inflation mit Konsumverzicht

  • Jeder Zweite verzichtet auf zu teure Lebensmittel
  • Gespart wird beim Auto, Urlaub und Lokalbesuchen

Konsumverzicht lautet die Antwort der Österreicher auf die starke Teuerung der jüngsten Zeit. Laut einer aktuellen Studie spüren die Menschen die Inflation, die zuletzt bei 3,9 Prozent lag, vor allem bei Lebensmitteln und Treibstoff. Demnach spart jeder zweite Befragte bei Lebensmitteln und geht seltener zum Essen in Lokale, 60 Prozent fahren weniger mit dem Auto. Drei von vier Österreichern fühlen sich stark von den Preiserhöhungen betroffen, und das unabhängig von Altersgruppen und sozialer Schicht.

Die starke Teuerung wirkt sich direkt auf das Einkaufsverhalten der Österreicher aus, wie eine Studie von Makam Market Research zeigt. So vergleichen drei von vier Österreichern die Preise bei Lebensmitteln, bevor sie sich für einen Kaufort und zum tatsächlichen Kauf entscheiden. 57 Prozent wählen bewusst nur jene Lebensmittel aus, bei denen der Preis für sie passt. In anderen Worten: Jeder zweite Befragte verzichtet auf Lebensmittel, die ihm jetzt zu teuer sind. In Österreich weist die Inflationsrate mit 3,9 Prozent im Juni 2008 den höchsten Wert seit 15 Jahren auf.

Aber auch die allgemeine Kauflust wird durch die Teuerung verringert: Über ein Drittel der Österreicher kauft quer über alle Branchen allgemein weniger ein, jene über 50 Jahre und mit einem geringeren Haushaltseinkommen unter 2.000 Euro kaufen deutlich merkbar weniger ein.

Auto wird seltener genützt
Neben dem Preisvergleich setzen die Österreicher vor allem bei der Nutzung ihres Autos den Sparstift an. 61 Prozent der Bevölkerung fährt seltener mit dem Auto oder Motorrad, wobei diese Entscheidung gegen das Auto häufiger Personen aus den Bundesländern und jene mit einem mittleren Einkommen treffen. Die Verdienstgruppe unter 1.400 Euro Haushaltsnettoeinkommen und Besserverdiener über 2.900 Euro bleiben trotz der Teuerung dem Auto treu. Vor allem die Wiener (33 Prozent) steigen häufiger auf öffentliche Verkehrsmittel um, und 42 Prozent nutzen nun häufiger das Fahrrad zur Fortbewegung.

Teure Restaurantbesuche gestrichen
Knapp die Hälfte der Österreicher schränkt sich beim Essen außer Haus ein und geht somit seltener in Lokale essen. Aber vor allem auch beim Urlaub wird gespart. Jeder dritte Österreicher macht kürzere oder kleinere Urlaubsreisen als noch in den Jahren zuvor und sogar knapp ein Viertel fährt heuer gar nicht auf Urlaub.

Die Ergebnisse resultieren aus einer telefonischen Befragung von 500 Österreichern ab 15 Jahren. (apa/red)

6.8.2008 16:28