Tag der Entscheidung für Zukuft der AUA: Sperrminorität für SPÖ Pflicht - für ÖVP 'Ziel'
- Staat hält momentan über ÖIAG noch 42,75 Prozent
- Brisantes Detail: Partnersuche offenbar "verschleppt"

·AUA-Verkauf: ÖIAG setzt nächsten Schritt
Staatsholding mit Antrag zur totalen Privatisierung
·AUA: Bartenstein mahnt SP zum Handeln
Aeroflot winkt Kauf ab -
Lufthansa zurückhaltend
·AUA vor Verkauf: Lufthansa bedeckt
"Wir befassen uns erst damit, wenn es akut ist"
·Neuer Partner für die marode AUA muss her
ÖIAG will den Deal bis Ende Oktober besiegeln
·GRAFIK: Bisherige Privatisierung der AUA
Chronologie: Staatliche Airline vor Totalverkauf
Heute findet ein Politgipfel zum Verkauf der Austrian Airlines (AUA) statt. War der Verkauf der nationalen Fluglinie zuletzt unter den Regierungsparteien heftig umstritten, so scheint es, als habe man sich nun doch angenähert: Sowohl SPÖ als auch ÖVP sprachen sich zuletzt für eine österreichische Sperrminorität aus. Für die ÖVP ist diese aber nur "Ziel" und keine "Bedingung".
Derzeit hält der Staat über die Staatsholding ÖIAG noch 42,75 Prozent an der AUA. Die SPÖ hatte sich lange für eine "Stand alone"-Lösung für die AUA ausgesprochen. Nun begnügt sie sich mit einem Staatsanteil von 25 Prozent plus einer Aktie, will diese Sperrminorität aber als Bedingung im Privatisierungsauftrag an die ÖIAG festgeschrieben wissen.
Faymann: Sperrminorität muss sein
"Eine österreichische Sperrminorität bei der AUA muss sein", bekräftigte der designierte SPÖ-Vorsitzende und Kanzlerkandidat Faymann. Gestaltungsmöglichkeiten könnten nur durch die Sperrminorität garantiert werden, so der Infrastrukturminister. "Ich halte nichts davon, alles ab- und auszuverkaufen", unterstrich Faymann.
Die ÖVP hat sich zwar ebenfalls eine Sperrminorität als "Verhandlungsziel" gesetzt, will aber einen Totalrückzug des Staates nicht ausschließen. Wirtschaftsminister Bartenstein sprach sich gegen eine Einschränkung des Privatisierungsauftrages aus. Der Auftrag an die ÖIAG sollte "offen formuliert" werden.
Partnersuche "verschleppt?
Unmittelbar vor dem "Politgipfel" zum AUA-Schicksal ist ein brisantes Detail ans Tageslicht gekommen: Die Partnersuche der AUA ist offenbar um mindestens zwei Jahre verschleppt worden. Bereits im Frühjahr 2006 hatte der Unternehmensberater Roland Berger festgestellt, dass die AUA alleine nicht überlebensfähig sei und dringend einen Partner benötige, berichtet "Die Presse". Damals wurden Air France/KLM, Lufthansa und British Airways genannt, so das Blatt unter Berufung auf die vorliegende Studie.
(apa/red)

