Montag, 4. August 2008

Weniger Wachstum & Inflation in Eurozone:
Wirtschaft wächst heuer Jahr um nur 1,7 %

  • IWF: EZB soll Leitzins vorerst unverändert lassen
  • Preisanstiege sollen genau im Auge behalten werden

Die Rekordinflation im Euro-Raum dürfte nach Ansicht des IWF wegen der schwächelnden Konjunktur abebben. Dennoch müsse die Europäische Zentralbank (EZB) wegen der Teuerung auf der Hut bleiben, erklärte der Internationale Währungsfonds (IWF) in einem aktualisierten Bericht über die 15-Euroländer. "Mit der abflauenden Wirtschaft und sich stabilisierenden Lebensmittel- und Energiepreisen sollte die Inflation merklich von ihrem derzeitigem Niveau fallen, obwohl die Risiken hoch bleiben."

Für den Währungsraum gehen die Experten weiter davon aus, dass die Wirtschaft dieses Jahr um 1,7 und nächstes Jahr um 1,2 Prozent zulegt. 2007 hatte es noch ein Plus von 2,6 Prozent gegeben.

Preisschübe bei Benzin, Diesel und Heizöl hatten im Juli für die Rekordinflation von 4,1 Prozent gesorgt - den höchsten Wert seit Einführung der Statistik 1997. Die Inflationsrate liegt damit gut doppelt so hoch wie von der EZB angestrebt. Diese sieht stabile Preise nur bei Raten von knapp unter zwei Prozent gewährleistet. Um die Teuerung zu dämpfen, hatte die EZB ihren Leitzins im Juli erstmals seit 13 Monaten angehoben - von 4,0 auf 4,25 Prozent. Für die nächste Sitzung erwarten Experten keinen Zinsschritt.

Einige IWF-Direktoren plädieren den Angaben zufolge dafür, dass die EZB ihren Leitzins vorerst unverändert lassen sollte. Andere Verantwortliche des Währungsfonds betonten aber, dass die Zentralbanker die Preisanstiege genau im Auge behalten sollten. Dies gelte vor allem für den Fall, dass Tarifabschlüsse die Arbeitskosten 2009 deutlich erhöhen.

(apa/red)

4.8.2008 17:54