Weitere Flugausfälle bei der Lufthansa:
Jetzt droht Konflikt mit Piloten-Vereinigung
- Planen für diese Woche dreistündigen Warnstreik
- Auch Verbindungen nach Österreich sind betroffen

·Lufthansa: Streik ist nach Einigung zu Ende
Empörung über gratis Flug von Ver.di-Boss
Trotz der jüngsten Tarifeinigung kommt die Deutsche Lufthansa nicht zur Ruhe. Zum einen regt sich bei den Technikern großer Unmut über das Ergebnis, so dass sich bei der Urabstimmung zahlreiche Nein-Stimmen abzeichnen. Andererseits rechnet die Pilotenvereinigung Cockpit fest mit einem Warnstreik der Flugkapitäne. Wann er losgehen soll, wollte Gewerkschaftssprecher Markus Kirschneck am Montag aber nicht sagen. Der Ausstand des Bodenpersonals vergangene Woche wirkt zudem weiter auf den Flugbetrieb.
Zuletzt fielen wegen der aufgestauten Wartungsarbeiten 130 Flüge aus. Bis Freitag sollen es täglich rund 40 sein. Der Sonderflugplan wurde entsprechend verlängert, wie Lufthansa-Sprecher Thomas Jachnow sagte. Die Kosten des fünftägigen Streiks des Bodenpersonals für die Lufthansa liegen laut Jachnow wohl um einen "niedrigen zweistelligen Millionenbetrag".
Hauptkritikpunkt: Zu niedrige Erhöhung der Bezüge
Hauptkritikpunkt der Techniker an der Tarifeinigung sei die zu niedrige Erhöhung der Bezüge im zweiten Jahr, sagte Fachbereichsleiter Dietmar Stretz von Ver.di Hamburg der Nachrichtenagentur AP. "Die Beschäftigten der Technik arbeiten in einem besonders starken Geschäftsfeld und haben den Streik getragen. Da gibt es schon eine gewisse Ernüchterung", erklärte Stretz.
Von Mittwoch bis Dienstag kommender Woche ist das bei Ver.di organisierte Bodenpersonal zur Urabstimmung über die Tarifeinigung aufgerufen. Dabei soll nach Angaben von Gewerkschaftssprecher Harald Reutter alles "so wie immer" laufen. "Die Mitglieder haben genügend Zeit, vor Ablauf der Urabstimmung über das Ergebnis zu diskutieren", sagte Reutter.
Einigung mit Bodenpersonal
Zuvor hatten sich die Deutsche Lufthansa und Ver.di auf einen Tarifabschluss geeinigt, nach dem die Bezüge der rund 34.000 Beschäftigten des Bodenpersonals in zwei Stufen um insgesamt 7,4 Prozent steigen.
Wichtigste Forderung der Gewerkschaft Cockpit ist laut Kirschneck die Schaffung einer übergeordneten Personalvertretung für alle Piloten des Lufthansa-Konzerns einschließlich von Töchtern wie Cityline oder Eurowings. Eine weitere drängende Frage, die kurz vor der Eskalation stehe, sei der Manteltarifvertrag für die Lufthansa Passage. Insgesamt würden sich nach früheren Angaben Kirschnecks rund 5.000 Piloten an dem Warnstreik beteiligen.
Die Fluggesellschaft will gegebenenfalls von Cockpit Schadensersatz einklagen, sollte die Pilotenvereinigung die Ankündigung wahr machen.
(apa/red)

