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8.8.2008 11:36

Liu Jias Rendezvous mit der Vergangenheit:
Tischtennisdame kehrt nach Peking zurück

  • Kam im Alter von 15 Jahren von Peking nach Linz
  • Als ihr Zuhause bezeichnet sie aber Österreich

Tischtennis-Ex-Europameisterin Liu Jia ist total auf ihre Einsätze bei den Olympischen Spielen fokussiert. In ihrer Geburtsstadt, vor ihren früheren Landsleuten, will die 26-Jährige besonders gut abschneiden. Doch die Abkapselung klappt nur, solange sie sich im Olympischen Dorf bzw. dem "Olympic Green" aufhält. Sobald sie es verlässt, wird sie an das Peking aus ihrer Vergangenheit erinnert.

Das versucht "Susi" vor den Wettkämpfen so gut wie möglich zu vermeiden. "Wenn ich mich im Dorf aufhalte, bekomme ich von außen nur einen Teil mit", meinte die Athletin der Linz AG Froschberg, Europa-Top-12-Siegerin 2005. "Dann merke ich gar nicht, dass ich in China bin. Es sind ja überall nur Sportler, es ist wie in jedem Olympischen Dorf."

Doch einer ihrer ersten Wege nach der Ankunft in Peking ging dann doch in einen chinesischen Supermarkt. "Da bist du dann wirklich im Peking-Leben." Für sie sind die für die Bevölkerung zugänglichen Supermärkte mit jenem im Dorf nicht zu vergleichen. "Ich mag ja so gerne chinesische Naschereien, die gibt es im Dorf nicht", outete sich die Linzerin als "Zuckergoscherl". "Immer wenn ich da bin, decke ich mich damit für zu Hause ein."

Baldiges Treffen mit Eltern
Mit "zu Hause" meint die Einzel-Europameisterin 2005 schon längst Linz. Momentan ist sie aber viel näher an ihrem früheren Heim, ihrem Elternhaus. "Ich habe meine Eltern seit meiner Ankunft noch nicht gesehen, sie waren nicht am Flughafen. Aber wir werden uns bald treffen." Ihr Vater wollte sie schon am Donnerstag sehen, da das Kennzeichen seines Autos mit einer geraden Ziffer endet und er somit mobil war. In Peking dürfen Autos derzeit ja nur jeden zweiten Tag fahren, entsprechend der Nummertafel an geraden oder ungeraden Tagen. Tochter Jia musste aber trainieren.

Bis zu den mit dem Team-Match gegen die Dominikanische Republik beginnenden Bewerben sollte Vater Liu seinen Sprössling aber noch sehen können. Ansonsten gibt es für sie nur einige Medientermine, so wie jenen mit einer deutschen Qualitätszeitschrift. (apa/red)

8.8.2008 11:36
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