Medaillenhoffnungen verpassen das Finale:
Farnik und Planer nicht bei den Top 8 dabei
- Ersterer scheitert als Zehnter um nur einen Punkt
- Gold geht nach glänzender Finalserie an Inder Bindra

Österreichs Sportschützen haben das erste Ziel bei Olympia in Peking verfehlt. Thomas Farnik (10.) und Christian Planer (30.) verpassten im Luftgewehr-Bewerb das Achter-Finale, obwohl 595 Ringe zur Teilnahme am Medaillenkampf reichten. Farnik scheiterte als Zehnter aber um nur einen Punkt und damit äußerst knapp. Gold ging an Weltmeister Abhinav Bindra, der sich dank einer glänzenden Finalserie mit 700,5 (596/104,5) Ringen von Platz vier noch zum ersten Einzelgold für Indien schoss.
Die hochgesteckten ÖSB-Erwartungen gingen damit im ersten Bewerb nicht in Erfüllung, obwohl ÖOC-Präsident Leo Wallner höchstpersönlich als Daumendrücker die Schießhalle aufgesucht hatte. Während Planer nach seiner problematischen Vorbereitung wegen eines nagelneuen Schießanzuges zwar eine perfekte Probe-Serie hinlegte, dann aber gleich mit drei Neunern startete und am Ende mit schwachen 589 Ringen ("Die Zockerei mit dem Anzug ist nicht aufgegangen") nur 30. wurde, hoffte Farnik bis zum Schluss auf die Finalteilnahme.
Die Konkurrenz schoss aber fehlerfrei aus und am Ende verpasste der 41-jährige Routinier, der mit 703,1 Punkten (599+104,1) den Finalweltrekord im Luftgewehr hält, mit einem Score von 594 den Finaleinzug hauchdünn. "Platz zehn ist an sich in Ordnung, auch mit meiner Leistung bin ich zufrieden", sagte Farnik, dessen schlechtester Schuss in der von 65 Schützen bestrittenen Qualifikation eine 9,8 war.
Zweite Chance im "Königsbewerb"
"Da weiß man, dass man sauber gearbeitet hat. Mit nur einem Ring mehr hätte ich um die Medaillen geschossen", bedauerte der Wiener nach seiner Quali-Serie von 99+99+99+98+100+99. Seine zweite und letzte Olympiachance bekommt Farnik zusammen mit Mario Knögler im "Königsbewerb" KK-Dreistellungsmatch. Planer, der in Athen Bronze geholt hat, ist diesmal in diesem Bewerb nicht am Start.
Die entscheidende "Schwächephase" im Luftgewehrbewerb über zehn Meter hatte Farnik in der vierten von sechs Zehner-Serien, als ihm zwei Neuner in Folge passierten. "Das war sicher meine schwächste Phase", übte der Wiener Selbst- aber auch Fremdkritik.
Medienrummel im Kopf
Der ungewohnte Medienrummel, speziell aber dass ihm Unprofessionalität vorgeworfen worden sei, weil er am Vortag des Bewerbes ein ORF-Fernseh-Interview verweigert hatte, habe während des Schießens durchaus im Kopf herumgespukt, so Farnik. "Nicht dass dies letztlich Schuld am Scheitern gewesen sei. "Aber die Medien könnten sich durchaus öfter als alle vier Jahre bei uns blicken lassen", kritisierte Farnik und ging auch mit sich selbst ins Gericht. "Ich muss mich in erster Linie an der eigenen Nase nehmen. Ich hätte nach dem ersten Schuss besser reagieren und das Gewehr ablegen müssen. So etwas darf mir nicht passieren", meinte er.
Trainer Hubert Bichler sah eher des fehlende Quäntchen Glück als Grund für das knappe Scheitern. "Die 38 und 39 waren Schlüsselschüsse. Zwei Neuner in Folge dürfen nicht passieren", meinte auch der Bayer. "Tom wird jetzt grübeln, aber er muss es abhaken." Das war auch Farnik bewusst. "Das Glück war heute wieder mal nicht auf meiner Seite, vielleicht habe ich es im Drei-Mal-40-Bewerb."
(apa/red)