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18.8.2008 12:34

Seglerinnen bleiben weiter ohne Medaille:
470er Vogl/Flatscher erreichen nur Rang 8

  • Statt Aufholjagd vom 5. Rang drei Plätze verloren
  • Gold geht bei Damen und Herren an Australien

Österreichs 470er-Seglerinnen Sylvia Vogl/Carolina Flatscher haben ambitioniert und mit vollem Risiko das Medal Race bei der olympischen Regatta vor Qingdao in Angriff genommen und mussten statt einer Medaille den Rückfall im Klassement von Platz fünf auf acht hinnehmen. Die Goldmedaillen in dieser Klasse gingen an australische Teams, bei den Damen setzten sich Elise Rechichi/Tessa Parkinson und bei den Herren Nathan Wilmot/Malcolm Page durch.

Die Chance der Europapameisterinnen aus Österreich auf Bronze bestand darin, die vor ihnen liegenden Teams aus Brasilien und Israel in Schach zu halten, doch ausgerechnet diese zwei hatten in der finalen Wettfahrt das Quäntchen mehr Wind auf ihrer Seite und wurden Erste und Zweite. "Wir waren bis zwei Drittel der ersten Kreuz super dabei, doch dann kam eine Böe und Israel war wieder voll im Trapez und vorne mit Brasilien dabei. Nach der ersten Luv-Boje waren sie schon so weit vorne, da war es eigentlich klar, dass es für uns nur noch mit einem totalen Extremschlag mit sehr viel Risiko etwas wird", erklärte Steuerfrau Vogl.

Aber auch mit vollem Risiko (Vogl: "Wir brauchen den anderen nicht hinten nachfahren, denn dann werden wir sie nicht holen") war nichts mehr zu machen. Und auch wenn das Medal Race wegen der unterschiedlichen Windverhältnisse "ein bisserl ein Glücksspiel" gewesen sei, so meinte Vogl, dass sich über die gesamte Regatta gesehen alles ausgeglichen habe. "Es hielt sich die Waage. Und in den zwei Wettfahrten, die wir gewonnen haben, da war es keine Lotterie, da sind wir echt gut gesegelt", konnte die 33-jährige gebürtige Salzburgerin stolz auf ihre Leistung sein.

"Sind cool geblieben"
Vogl/Flatscher sind seit 2002 ein Team und haben sich kontinuierlich an die Weltspitze herangearbeitet. Mit dem achten Platz bei Olympia, dem sechsten bei der WM und dem Europameistertitel haben sie ein erfolgreiches Jahr 2008 hinter sich. Bei den Sommerspielen bewiesen sie als Debütanten Nervenstärke: "Die ganze Woche war extrem schwierig, aber wir sind cool geblieben und haben uns nicht entmutigen lassen. Wir hatten gleich am Anfang diese Disqualifikation, dieser Streicher ist über uns gehangen wie ein Damoklesschwert."

Deshalb darf Österreichs bestes Damen-Segelteam aller Zeiten auch zufrieden mit dem Erreichten sein. "Wir haben bis zum Schluss durchgehalten. Unsere Bilanz ist total positiv. Das war sicherlich keine normale Regatta, das ist kein normales Revier da, man sieht jeden Tag, wie es zugeht. Und es ist nicht so, dass wir die Medaille heute hergeschenkt haben, wir hätten in den vergangenen Tagen hier ein Pünktchen, dort ein Pünktchen mehr gebraucht. Und heute hätten wir extremes Glück haben müssen", wusste Vogl. Und Steuerfrau Flatscher meinte. "Wir sind super gesegelt und hatten echt total lässige Wettfahrten."

"Bin stolz auf die Damen"
Wieder zurück im Hafen wurden Vogl/Flatscher von ihrem Coach Alfred Pelinka erst einmal herzlich umarmt. "Das war jetzt nicht nur eine symbolische Geste, ich bin wirklich sehr stolz auf die zwei Damen. Es ist eine extreme Belastung, wenn man auf Bronze losgeht und an der ersten Boje sieht, dass man das Ziel nicht mehr umsetzen kann. Sie haben dann ein bisserl ungestüm attackiert, das ist eine Tatsache, aber eine für Olympia gute Strategie, wenn man in so einer Ausgangsposition ist." (apa/red)

18.8.2008 12:34
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