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11.8.2008 14:04

Schwaiger-Schwestern mit starkem Auftakt:
Austro-Duo besiegt Ex-Europameisterinnen

  • Brasilianerinnen Renata/Talita die nächsten Gegner
  • Gosch/Horst unterliegen chinesischem Top-Team

Mit einer starken Leistung haben die Beach-Volleyball-Schwestern Doris und Stefanie Schwaiger beim olympischen Turnier in Peking aufgezeigt. Die Waldviertlerinnen besiegten die zweifachen griechischen Ex-Europameisterinnen Vassiliki Arvanity/Vassiliki Karadassiou 21:18,21:18. Florian Gosch/Alexander Horst bezogen bei leichtem Regen und vor einer tobenden Zuschauermenge gegen Chinas Lokal-Favoriten Xu Linyin/Wu Penggen eine 16:21,15:21-Niederlage.

"Ein Wahnsinn", jubelte Stefanie Schwaiger, die vor ein paar Jahren 22 Jahre geworden ist. "Wir waren im zweiten Satz schon 14:9 vorn, hatten den Punkt auf 15:9, und dann sind sie nochmal herangekommen. Da kann es noch schiefgehen. Aber zum Glück waren die Nerven stark und wir haben es bis zum Schluss durchgezogen."

Die Favoritinnen waren die Griechinnen, doch die Österreicherinnen haben heuer schon einmal gegen die Trainingspartnerinnen gewonnen und wollten ihre Chance nützen. "Wir haben gewusst, dass wir sie schlagen können. Aber sie sind doch zweimal Europameisterinnen geworden, sie sind ein erfolgreiches Team und standfester bei großen Turnieren. Es war eine Nervensache. Und die Taktik war entscheidend, wir hatten die bessere", sagte Doris Schwaiger.

Zittrige Hände zum Auftakt
Das ÖVV-Duo war extrem nervös in die Partie gegangen. Doris zitterten noch Minuten nach dem Match, bei dem die Luftfeuchtigkeit 93 Prozent betrug, die Hände: "Beim Ballaufwerfen war das eine Katastrophe, so nervös war ich. Ich habe gedacht, ich kriege die Hände nicht auseinander. Es ist super, dass wir 2:0 gewonnen haben, mir fällt ein Stein vom Herzen", gestand die 23-Jährige.

Ungewohnt war für die Mädchen, dass sie nur fünf Minuten Zeit zum Aufwärmen auf dem Centercourt hatten. "Ich habe erst einmal in die Runde geschaut und die vielen Leute gesehen. Eine super Kulisse, das Publikum ist ein Wahnsinn", freute sich Stefanie über die Unterstützung.

"Nix zu verlieren"
Gegen die Griechinnen haben sich die Schwaiger-Sisters keinen Druck gemacht, denn die Favoritenrolle lag im gegnerischen Lager. Gegen die Brasilianerinnen Renata/Talita, die nächsten Gegnerinnen, sieht die Sache nicht anders aus: "Wir haben nix zu verlieren. Gegen sie haben wir heuer schon viermal verloren, deswegen sind wir sehr motiviert. Vielleicht schaffen wir es, wenn wir so spielen wie jetzt, haben wir auf alle Fälle eine Chance. Schauen wir, wie es geht, wir werden unser Bestes geben", versprach Stefanie.

Und Doris meinte: "Ich nehme an, dass die eine Medaille machen, sie sind super drauf. Wir gehen ganz locker rein. Das haben wir heute auch können. Aber wir hatten die Erwartung, dass wir sie schlagen können. Gegen Brasilien ist die Chancenverteilung schon ein bisserl anders."

Zufrieden trotz Niederlage
Gosch/Horst durften mit ihrem Erstauftritt trotz Niederlage ebenfalls zufrieden sein. "Die Chinesen sind in dieser Form eine der vier Gold-Favoriten, gegen die kann man auch verlieren", sagte Gosch, der sich wie sein Partner vom Publikum - 10.160 Fans saßen in der Arena - nicht verunsichern hatte lassen.

"Auch die Reaktionen uns gegenüber waren durchaus positiv, wir waren nicht nervös. Es hat uns den Einstieg ins Turnier erleichtert, dass wir gegen China spielen und wenig Druck haben." Auch Horst hatte "Riesenspaß. Ich war positiv überrascht. Die Fans waren sehr fair und haben uns auch angefeuert."

Lange Punkteserie entscheidet
Bis Mitte des ersten Satzes war das Match ausgeglichen. "Wir hätten die Partie länger eng halten müssen, damit wir eine Chance haben", meinte der gebürtige Steirer Gosch. Spielentscheidend waren in jedem Satz jeweils eine lange Serie, in denen Xu/Wu vier Punkte in Folge gelangen. "Wenn man da mal hinten ist, dann wird es extrem schwer. Das darf nicht passieren", meinte der 27-Jährige zur eigenen Leistung, war aber nicht unzufrieden. "Sie sind enorm stark, aber phasenweise haben wir gut gespielt."

Gosch rechnet nicht damit, dass dieses 0:2 am Ende darüber entscheiden wird, ob sie den Aufstieg schaffen. Die Top Zwei jeder der sechs Gruppen und die beiden besten Dritten steigen auf. Zwei weitere Achtelfinal-Plätze werden in zwei Hoffnungsrunden-Matches vergeben, danach geht es im K.o.-Modus weiter."

Spanier als nächste Gegner
Ich glaube, es bleibt bis zum letzten Spiel spannend in der Gruppe. Am besten, wir gewinnen die nächsten zwei Partien, so ist es am einfachsten." Und der Wiener Horst fügte an: "Das Match ist nicht wurscht, aber es ist auch nicht bitter." Die nächsten Gegner sind die Spanier Pablo Herrera/Raul Mesa. (apa/red)

11.8.2008 14:04
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