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5.8.2008 16:27

Das ewige Duell der Gauchos und Brasilos:
Olympia-Fußballturnier hat zwei Favoriten

  • Brasilien geht mit Ronaldinho ins Rennen um Gold
  • Argentinier hoffen noch auf Einsatz von Lionel Messi

Die beiden südamerikanischen Fußball-Großmächte Brasilien und Argentinien gehen als große Favoriten in das am Donnerstag beginnende Olympische Herren-Turnier. In den Reihen beider Teams stehen absolute Superstars. Brasilien zählt unter anderem auf Ronaldinho, Alexandre Pato und Diego, bei Argentinien kommen Lionel Messi, Juan Roman Riquelme und Sergio Aguero zum Einsatz.

Während die "Gauchos" auf die Wiederholung des Triumphs von Athen 2004 hoffen, hat der Erzrivale alle Hebel in Bewegung gesetzt, um endlich Olympia-Gold einzufahren - die einzige Trophäe, die dem Rekord-Weltmeister in seiner Sammlung noch fehlt. An der Linie steht A-Teamchef Carlos Dunga, der mit der Einberufung von Diego und Rafinha sogar die Kraftprobe mit Werder Bremen und Schalke 04 riskierte. Auch Barcelona legte gegen die Olympia-Teilnahme von Messi Einspruch vor dem Internationalen Sport-Gerichtshof CAS ein, dessen Urteil noch ausstand.

Keine Probleme gab es bei der Abstellung von Neo-Milan-Spieler Ronaldinho, der im Zeichen der fünf Ringe wieder zu alter Form zurückfinden und sein Land zu Gold führen will. "Ich bin in guter körperlicher Verfassung. Was mich motiviert ist die Chance, erstmals mit Brasilien das Olympia-Turnier zu gewinnen", meinte der zweimalige Welt-Fußballer.

Niederländer fordern Südamerikaner
Als erste Herausforderer der beiden südamerikanischen Großmächte gelten die Niederländer, in deren Kader der 33-jährige Goalgetter Roy Makaay, Liverpool-Legionär Ryan Babel und Real-Madrid-Mittelfeldspieler Royston Drenthe aufscheinen. Außenseiter-Chancen werden auch den Italienern, bei denen mit Fiorentina-Mittelfeldspieler Riccardo Montolivo nur ein EURO-2008-Kadermitglied mit dabei ist, sowie Nigeria und der Elfenbeinküste eingeräumt. Mit dem 22-jährigen Serben Djordje Rakic (Salzburg) nimmt auch ein Spieler der österreichischen Bundesliga am Turnier teil.

Fußball spielte bei Olympia seit Anbeginn nur eine untergeordnete Rolle. 1896 in Athen war es nur ein Demonstrationssport, als eine griechische Auswahl von Dänemark eine 0:15-Packung kassierte, erst zwölf Jahre später wurde der populärste Sport der Welt eine offizielle Disziplin.

Bis 1984 war das Fußball-Turnier ausschließlich Amateuren vorbehalten, was dazu führte, dass nach dem Zweiten Weltkrieg überwiegend osteuropäische Mannschaften dominierten. Seit 1992 sieht die Regelung vor, dass der 18-Mann-Kader drei Spieler über 23 Jahre beinhalten darf, was zu einer langsamen Aufwertung führte. Dennoch war der Fußball-Weltverband FIFA immer bemüht, die Bedeutung des Olympischen Turniers nicht zu groß werden zu lassen, um den Stellenwert der eigenen Turniere zu bewahren. In welcher Form das Turnier weitergeführt wird, entscheidet sich wohl schon in einigen Wochen, wenn die geplanten intensiven Gespräche zwischen FIFA und IOC abgeschlossen sein sollen.

Österreich 1936 im Finale
Das Olympia-Turnier 1936 brachte immerhin die einzige Final-Teilnahme Österreichs bei einer großen Fußball-Veranstaltung, das Endspiel in Berlin ging aber vor 85.000 Zuschauern 1:2 nach Verlängerung gegen Italien verloren. Zuvor hatte vor allem die Viertelfinal-Partie zwischen dem ÖFB-Team und Peru für Aufsehen gesorgt. Die Südamerikaner holten in der Schlussviertelstunde einen 0:2-Rückstand auf und erzwangen eine Verlängerung, in der peruanische Anhänger aufs Spielfeld liefen und einen österreichischen Spieler angriffen. Die anschließende Verwirrung nutzten die Peruaner zu zwei Toren und gewannen 4:2.

Österreich legte jedoch Protest ein und die FIFA ordnete ein Wiederholungsspiel ohne Zuschauer an. Die Peruaner akzeptierten diese Entscheidung nicht, ihre gesamte Olympiamannschaft reiste unter Protest ab, begleitet von den Kolumbianern. Die rot-weiß-rote Auswahl stand damit im Semifinale, wo Polen 3:1 besiegt wurde.

Olympisches Fußball-Turnier der Herren:

Gruppe A: Argentinien, Australien, Serbien, Elfenbeinküste
Spielplan: Australien - Serbien, Elfenbeinküste - Argentinien (jeweils 7. August, Shanghai), Argentinien - Australien, Serbien -Elfenbeinküste (jeweils 10. August, Shanghai), Argentinien - Serbien
(13. August, Peking), Australien - Elfenbeinküste (13. August, Tianjin)

Gruppe B: Japan, USA, Niederlande, Nigeria
Spielplan: Japan - USA, Niederlande - Nigeria (jeweils 7. August, Tianjin), Nigeria - Japan, USA - Niederlande (jeweils 10. August, Tianjin), Nigeria - USA (13. August, Peking), Niederlande - Japan (13. August, Shenyang)

Gruppe C: Brasilien, Belgien, China, Neuseeland
Spielplan: Brasilien - Belgien, China - Neuseeland (jeweils 7. August, Shenyang), Neuseeland - Brasilien, Belgien - China (jeweils 10. August, Shenyang), China - Brasilien (13. August, Qinhuangdao), Neuseeland - Belgien (13. August, Shanghai)

Gruppe D: Honduras, Italien, Südkorea, Kamerun
Spielplan: Honduras - Italien, Südkorea - Kamerun (jeweils 7. August, Qinhuangdao), Kamerun - Honduras, Italien - Südkorea (jeweils 10. August, Qinhuangdao), Südkorea - Honduras (13. August, Shanghai), Kamerun - Italien (13. August, Tianjin)

Die Top 2 der jeweiligen Gruppen steigen ins Viertelfinale (16.
August in Peking, Shenyang, Qinhuangdao, Shanghai) auf. Semifinale am
19. August in Shanghai und Peking, Spiel um Platz drei am 22. August
in Shanghai, Finale am 23. August in Peking.

5.8.2008 16:27
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