Olympia 2008

Alle Kanäle  

12.8.2008 11:13

Nina Strassers Olympia-Blog: 38 schlaflose Stunden - der Auftakt in Peking ist geglückt

  • Darüber können die vielen Volunteers nur lachen
  • NEWS-Sportreporterin berichtet direkt aus Peking

Servus aus Peking,
Anreise plus Wettkampftag Nummer eins plus Silbermedaillen-Feier für Ludwig Paischer ergeben 38 schlaflose Stunden. 38? Darüber kann ein Chinese nur lachen. Denn so ein einheimischer Volunteer, und davon gibt es pro zehn Meter Olympiagelände rund drei Stück, rastet nur in scheinbar unbeobachteten Momenten. Diese waren in einem Jahr Vorbereitungszeit auf die Olympischen Spiele sicher schon selten, aber seit ein paar Wochen verlassen die freiwilligen Helfer die Wettkampfstätten gar nicht mehr.

Mitunter nicken sie kurz ein - am Tisch oder im Stehen - um in der nächsten Sekunde wieder voll da zu sein. Schließlich gilt es dem Besucher in jeder Lebenslage den rechten Weg zu weisen. Vom Flugzeug zum Bus, vom Bus zum Hotel, vom Hotel zum Taxi, vom Taxi zu den Wettkampfstätten, den Journalisten zur Tribüne und von der Tribüne zur Mixed Zone, wo sich Sportler tummeln. Die Volonteers sprechen Englisch, lächeln bei Augenkontakt und wer auf sie nicht hören will, selbst wenn sie ein Megaphon zur Hilfe nehmen, der muss eben lesen. Dafür benützen sie rote Schilder, die sie den Unfolgsamen vor die Nase halten etwa mit der Aufschrift: Stop the Interview! Wer artig ist, und das ist am Ende schon wegen der Übermacht der chinesischen Helfer eh jeder, erntet ein Lächeln und ein: "Thank you for your cooperation!"

Es ist also unmöglich, einen Fehler zu begehen. Was ein Glück ist, denn sie meinen es wirklich nur gut. Wenn also drei Chinesen schreiend mit den Armen fuchteln, dann sicher nicht grundlos. Man könnte ja zum Beispiel, während man sie rätselnd anstarrt, über genau die Stufe fallen, vor der sie gerade warnen.

Nina Strasser aus Peking

12.8.2008 11:13
[an error occurred while processing this directive]

zurück zur Startseite