Olympia 2008

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6.8.2008 13:51

IOC will von Luft-Problematik nichts wissen:
Olympisches Komitee weist Klagen zurück

  • Sportler beschwerten sich über Luftverschmutzung
  • Handhabe durch Fehlen von Maßstäben erschwert

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) zeigt kein Verständnis für die zunehmenden Klagen von Sportlern über die Luftverschmutzung in Peking. Dunst sei nicht automatisch mit schlechter Luft gleichzusetzen, erwiderte ein führendes Mitglied der IOC-Umweltkommission. Die Luftwerte in Peking würden auf einer stündlichen Basis und nach Kriterien der Weltgesundheitsbehörde WHO erfasst, ergänzte IOC-Chefmediziner Arne Ljundqvist.

"Diese sind schwer zu erfüllen, werden aber in einigen Bereichen von Peking erreicht", meinte Ljungqvist ohne hinzuzufügen, in wie vielen und welchen Bereichen die Olympia-Stadt, in der am kommenden Freitag die 29. Olympischen Sommerspiele eröffnet werden, diese Grenzwerte einhält. WHO-Standards würden aber nicht nur wegen Olympia angewendet, sondern seien eine Langzeitbegleitung um die Einwohner Pekings vor eventuellen Gesundheitsschäden zu bewahren, beteuerte Ljungqvist, der sich über kritische Medienberichte sehr verärgert zeigte.

Milliarden für Umweltschutz
Peking hat seit der Vergabe der Spiele im Jahr 2001 tatsächlich Milliarden für Umweltschutz ausgegeben und zuletzt sowohl Industriebetriebe als auch den motorisierten Individualverkehr stark eingeschränkt. Dennoch klagten wenige Tage vor dem Beginn der Spiele zahlreiche Sportler über Atemprobleme beim Training. Olympia, so die Umweltbeauftragte im Organisationskomitee BOCOG, Sarah Liao Sau Tung, wirke wie ein Katalysator. "Ohne die Spiele hätte Peking 20 bis 30 Jahre gebraucht, um das zu schaffen, was man wegen der Spiele nun in sieben Jahren erreicht hat."

Keine Grenzwerte für Schadstoffe
Spätestens jetzt muss das IOC auch gegenüber den Ärzten der teilnehmenden Nationen Farbe bekennen. Das Szenario der Absage eines Bewerbes wegen der Luftverschmutzung sieht Ljungqvist aber nicht.

Aber nicht, weil die Luft in China auch nach objektiven Maßstäben nicht ohnehin sauber genug sein soll. Sondern aus dem einfachen Grund, weil das IOC offenbar gar keine Grenzwerte für einzelne Schadstoffe festgelegt hat. Ljungqvist: "Wir haben keine Limits festgesetzt, weil man dafür zu viele Faktoren berücksichtigen müsste. Den Wind, die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit und die Schadstoffe selbst."
(apa/red)

6.8.2008 13:51
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