Schlechte Luft macht Sportlern zu schaffen:
Olympia wird zum Kampf mit dem Feinstaub
- Teils heftige Beschwerden über Luftgüte in Peking
- ÖOC-Arzt sieht eine "Riesen-Diskussion" kommen

Je mehr Sportler in Peking eintreffen, desto intensiver werden die Diskussionen wegen der Luftverschmutzung in der chinesischen Olympia-Stadt. Einen Tag vor der Eröffnung werden die Ärzte aller teilnehmenden Nationen vom IOC "gebrieft". Auch Österreichs Olympia-Arzt Dr. Alfred Engel schließt deshalb eine kommende "Riesendiskussion" nicht aus.
Sei es die Giftbrühe bei den Seglern in Qingdao oder der unerträgliche Smog in Peking. Immer mehr Aktive beklagten wenige Tage vor dem Start der 29. Sommerspiele deutlich schlechtere Umweltbedingungen als es bisher vom IOC dargestellt wurde. Dessen Informationspolitik war zum Teil genauso wenig durchschaubar gewesen wie die Luft in der 17-Millionen-Metropole.
Meist berief man sich bisher auf offizielle Angaben aus China. Echte Vergleiche der Messwerte etwa mit europäischen Standards gibt es aber offenbar nicht oder werden bewusst geheimgehalten. Trotz anhaltender Smog-Suppe wurde am Dienstag in Peking lediglich eine "leichte Luftverschmutzung" gemeldet. IOC-Chefmediziner Arne Ljungqvist sieht bezüglich einer Gesundheitsgefährdung für die Sportler "keine große Gefahr".
Extreme Belastung für Ausdauersportler
Die Betroffenen sehen es aber zunehmend anders. Vor allem die im Freien antretenden Ausdauersportler wie Radfahrer oder Ausdauerläufer werden wohl leiden müssen. "Ich kann mir gut vorstellen, dass es da noch Riesendiskussionen gibt, wenn erst mal die großen Nationen vollzählig hier sind", glaubt auch Dr. Engel. "Hitze und Luftfeuchtigkeit hatten wir auch schon bei anderen Spielen. Hier kommt aber mit dem Feinstaub eine dritte Dimension dazu. Ausdauersportler werden extrem belastet sein", so Engel.
Auch Engel bemängelt, dass es bisher wenig objektive Informationen über die tatsächliche Luftqualität oder Ozonwerte in Peking gibt. Der ÖOC-Arzt wollte deshalb auch nicht ausschließen, dass er im Extremfall Sportlern von einem Start bei Olympia abraten werde. "Wenn die Richtwerte punkto CO2, Feinstaub und Ozon bedenklich sind, muss man sicher überlegen, ob man Sportler dann noch starten lässt. Wenn die Werte in einem pathologischen Bereich sind, sicher nicht." (apa/red)