Terror-Angst bei Olympischen Spielen:
China verschärft nach Anschlag Kontrollen
- Journalisten dürfen doch frei auf Tian'anmen-Platz
- Zunächst sollten Führer zur Seite gestellt werden

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Die "Berliner Zeitung" und Co. über Olympia 08
Die Behörden der von einem schweren Anschlag erschütterten nordwestchinesischen Region Xinjiang haben eine Verschärfung ihrer Sicherheitsmaßnahmen angekündigt. Für Lkws, Busse und Transportknotenpunkte ordnete das Verkehrsbüro von Xinjiang auf Veranlassung der chinesischen Regierung umfassende Kontrollen an. Unterdessen müssen sich ausländische Journalisten mit neuen Presse-Beschränkungen und Zensuren herumschlagen.
Der Bericht machte allerdings keine direkte Erwähnung des Anschlags auf eine Polizeiwache, bei dem wenige Tage vor Beginn der Olympischen Spiele 16 Polizisten getötet und ebenso viele weitere verwundet wurden. Laut staatlichen Medien könnten separatistische Extremisten für den Anschlag verantwortlich sein. In Xinjiang leben etwa acht Millionen Uiguren - turksprachige Muslime, von denen viele die chinesische Vorherrschaft ablehnen. China hat nach Unabhängigkeit strebende uigurische Extremisten als eine der größten Bedrohungen für die Olympischen Spiele ausgemacht.
Journalisten doch frei auf Tian'anmen-Platz
Ausländische Journalisten dürfen sich doch frei auf dem Platz des Himmlischen Friedens (Tian'anmen) bewegen und spontan Interviews führen. Wenige Stunden nach der Veröffentlichung neuer Beschränkungen, die einen Antrag für Interviews auf dem symbolischen Platz im Herzen Peking vorschrieben, ruderten die Behörden wieder zurück.
"Die Anforderung ist nicht zwingend. Aber eine Vorabinformation würde uns helfen, besser Unterstützung zu leisten", teilte das Verwaltungskomitee für den Platz der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua mit. Nach dem neuen Erlass sollten den Journalisten auch "Führer" zur Seite gestellt werden.
Der Medien-Erlass folgte einen Tag, nachdem eine Gruppe Pekinger Bürger einen behördlich organisierten Besuch von ausländischen Olympia-Journalisten in einem bekannten Peking-Enten-Haus südlich vom Tiananmen-Platz genutzt hatten, um gegen unzureichende Entschädigungen nach dem Abriss ihrer Häuser zu protestieren. Die Fernsehbilder der empörten Pekinger, die Dokumente hochhielten oder Protestposter umgehängt hatten, gingen um die Welt.
(apa/red)