Freitag, 8. August 2008

Alex Ferguson hält nichts von 6+5-Regel:
FIFA will Inländer-Anteil damit erhöhen

  • Ausländerquote wäre für den ManU-Coach unsinnig
  • Champions-League-Sieg gelang mit 6 Engländern

Manchester Uniteds Trainerlegende Sir Alex Ferguson hat vor einer überstürzten Einführung von Ausländerquoten in der englischen Premier League gewarnt. Das Scheitern des englischen Fußball-Nationalteams in der EURO-Quali dürfe nicht dafür herhalten, die vom Fußball-Weltverband FIFA vorgeschlagene "6+5"-Regel zu befürworten, forderte der Schotte im Premier-League-Saisonrückblick.

"Ich habe das Champions-League-Finale nicht mit sechs Engländern begonnen, um ein politisches Statement abzugeben. Ich habe das getan, weil sie gut genug waren, den Titel zu gewinnen", meinte Ferguson. Die "stärkste und die unterhaltsamste Liga der Welt" solle man feiern, nicht schlecht machen. Englands Teamchef Fabio Capello hatte vor kurzem geklagt, dass er im Vergleich zu anderen Nationaltrainern benachteiligt sei, weil in der Premier League nur 35 Prozent der Profis für die Nationalmannschaft infrage kämen.

Hysterie nicht die richtige Atmosphäre für Entscheidungen
"Es ist Unfug, zu sagen, dass England keine Spieler hat, die auf internationalem Niveau bestehen können", hielt Ferguson dagegen. Die "Hysterie" um Englands verpasste Qualifikation für die EM in Österreich und der Schweiz sei nicht "die richtige Atmosphäre, gute Entscheidungen zu treffen".

Der Fußball-Weltverband (FIFA) hatte bei seinem Kongress in Sydney im Mai mit großer Mehrheit für die Einführung der "6+5"-Regel zur Förderung nationaler Talente gestimmt. Danach sollten in den nationalen Ligen für die Clubs mindestens sechs Spieler von Beginn an auflaufen, die für das jeweilige Nationalteam spielberechtigt sind. Maximal fünf Ausländer dürften dann dabei sein. Die Europäische Union (EU) hat im Falle der Umsetzung Strafen angedroht, weil die Regel gegen europäische Gesetze verstoße.
(apa/red)

8.8.2008 12:31