Rapid hat schon einmal ein 0:3 aufgeholt: Erinnerungen an Dresden 1985 werden wach
- Einziger heimischer Klub mit derartiger Aufholjagd
- 0:3-Rückstand war meistens eine zu große Hürde
Wie schlecht es um die Chancen des österreichischen Fußball-Meisters Rapid auf den Aufstieg in die dritte und letzte Runde der Champions-League-Qualifikation bestellt ist, verrät ein Blick auf die Statistik. In der 53-jährigen Europacup-Geschichte kam es erst 50-mal vor, dass ein Vorsprung von drei oder mehr Toren verspielt wurde.
Vor dem Rückspiel gegen Anorthosis Famagusta im Hanappi-Stadion versuchten heimische Clubs auf internationaler Ebene bisher achtmal, ein 0:3 wettzumachen, gelungen ist dies aber nur einer Mannschaft - dem SK Rapid.
Denkwürdiges Dresden-Spiel
Am 20. März 1985 kamen die Hütteldorfer im Viertelfinale des Cups der Cupsieger trotz eines Drei-Tore-Rückstandes gegen Dynamo Dresden dank eines 5:0-Heimerfolges gegen Dynamo Dresden eine Runde weiter. Im grün-weißen Team schienen damals so klingende Namen wie Hans Krankl, Zlatko Kranjcar, Antonin Panenka, Petar Brucic, Heribert Weber oder der nunmehrige Rapid-Coach Peter Pacult auf. Letzterer erzielte beim Kantersieg zwei Tore, die weiteren Treffer steuerten Lainer, Panenka und Krankl bei.
Die beiden vorangegangenen Versuche von Rapid, ein 0:3 aufzuholen, waren allerdings klar gescheitert. Im Meistercup-Halbfinale 1960/61 gegen Benfica Lissabon wurde die Retourpartie beim Stand von 1:1 abgebrochen und später mit 3:0 für die Portugiesen strafverifiziert, acht Jahre später reichte es im zweiten Spiel des Meistercup-Viertelfinales gegen Manchester United nur zu einem 0:0.
Außerdem war ein 0:3 auch für Innsbruck (1973/74 in der ersten Meistercup-Runde gegen CSKA Sofia), die Austria (1974/75 im Cupsieger-Achtelfinale gegen Real Madrid, 1993/94 in der zweiten Meistercup-Runde gegen Barcelona), den GAK (2001/02 in der ersten UEFA-Cup-Runde gegen Utrecht) und zuletzt vor einem Jahr für Salzburg (in der ersten UEFA-Cup-Runde gegen AEK Athen) eine zu große Hürde, dafür schaffte es die Admira im UEFA-Cup-Achtelfinale 1990/91 gegen Bologna, einen 3:0-Vorsprung im Rückspiel noch aus der Hand zu geben.
Rapid egalisierte 3:0 zweimal
Dafür gelang es Rapid zweimal gegen äußerst prominente Gegner, einen Drei-Tore-Rückstand zu egalisieren, der Aufstieg blieb den Hütteldorfern aber schließlich dennoch verwehrt. 1956 endete das Rückspiel im Meistercup-Achtelfinale gegen Real Madrid dank dreier Treffer von Ernst Happel 3:1. Da es zu diesem Zeitpunkt aber noch keine Auswärtstorregel gab, stieg nach dem 2:4 in der ersten Partie in Madrid ein Entscheidungsspiel wieder in der spanischen Hauptstadt, das 0:2 verloren ging. Ein Jahr später gewann Rapid nach einem 1:4 in Mailand das zweite Match gegen den AC Milan im Prater 5:2, die Entscheidungspartie in Zürich endete dann mit einem 4:2 für die Italiener.
Einige Male waren Rapid-Aufholjagden aber auch von Erfolg gekrönt, so etwa beim "Wunder von Kasan" in der UEFA-Cup-Quali im Sommer 2004, als einer 0:2-Heimniederlage ein 3:0-Auswärtssieg folgte. Gegen Sporting Lissabon verloren die Grün-Weißen in Portugal zwar 0:2, mit einem 4:0 nach Verlängerung zog der spätere Finalist in der Saison 1995/96 dennoch ins Viertelfinale des Cups der Cupsieger ein. (apa/red)
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