Dienstag, 5. August 2008

Marc Janko köpfelte Red Bull auf Platz eins:
Salzburger jagen den LASK vom BL-Thron

  • "Goldjunge" Janko blieb trotz Siegestor gelassen
  • Müde Sommerkicks bei Ried-Kärnten und Sturm-FAK

Nur ein Tor, aber einen neuen Tabellenführer haben die drei Sonntag-Spiele der fünften Runde in der tipp3-Bundesliga gebracht. Während SV Ried - Austria Kärnten und Sturm Graz - Austria Wien für die ersten Null-Nummern dieser Saison sorgten, köpfelte Marc Janko Red Bull Salzburg im Schlager gegen den bisherigen Spitzenreiter LASK zum 1:0-Heimsieg und damit wieder zurück an den Platz an der Sonne.

Für den Matchwinner des Tages war es der 26. Treffer in der Bundesliga, der sechste Streich in der laufenden Saison, aber erst der erste 2008/09 mit Köpfchen. "Ein Spieler muss lernen, er ist jung und muss noch viel lernen. Er hat es gut gemacht", meinte Trainer Co Adriaanse zu seinem Jolly Joker, der keine zwei Minuten nach seiner Einwechslung gestochen hatte. Und Sportdirektor Heinz Hochhauser sagte: "Er war heute sehr heiß. Er hat alles zurückgegeben und alles richtig gemacht."

Janko bleibt cool
Der erfolgreiche Stürmer blieb sachlich, fast ohne Emotion professionell cool. "Wir haben uns lange Zeit schwergetan, zu viele Chancen vergeben." Mit der möglichen Rückkehr unter dem neuen Teamchef Karel Brückner ins ÖFB-Team beschäftigt sich der Niederösterreicher nicht: "Ich möchte mich auf Salzburg konzentrieren. Und wenn es weiter so läuft, denke ich, dass ich auch dabei bein."

Fußball sei zu 30 Prozent Glück und 70 Prozent könne man steuern, meinte Adriaanse. "Wir haben heute sicher mehr gesteuert, aber das Glück war nicht auf unserer Seite. Wir sind keine Maschine. Wir haben heute aber wieder mit Engagement und Einsatz gespielt", befand der Niederländer und fügte hinzu: "Es ist Realität, dass wir im Moment die beste Mannschaft sind." Dieser Ansicht ist auch sein Widerpart Andrej Panadic. Der LASK-Coach über seine Mannen: "Wir haben uns trotzdem gut verkauft. In der ersten Hälfte hat uns die Konsequenz und der letzte Pass gefehlt."

Pech hatten Ivo Vastic, der in im Finish nach Zweikampf mit Sekagya vom Feld musste, und Robin Nelisse, der nach einer Stunde ausschied. Vastic erlitt einen Bluterguss an der Schläfe und eine Gehirnerschütterung, sein Einsatz im Freitag-Spiel gegen SV Ried ist fraglich. Der Niederländer zog sich einen Bruch eines Mittelhandknochens in der linken Hand zu und wurde am Montag operiert. Der Stürmer fällt möglicherweise für die Sonntag-Partie in Wien gegen die Austria aus.

Während der LASK zum fünften Mal in Folge in Salzburg verlor und auf den vierten Platz hinter Rapid und Austria zurückfiel, feierten die nunmehr führenden Bullen seit dem 0:7-Debakel gegen Rapid (23. März) den fünften Liga-Heimsieg in Serie, erzielten dabei 15:0 Tore und sind insgesamt schon sieben Runden (seit dem 2:3 in Mattersburg am 12. April) ohne Niederlage in der Bundesliga.

Müder Schlager in Graz
Der zweite Sonntag-Schlager Sturm - Austria, der im Gegensatz zu Salzburg - LASK schon Nachmittag ausgetragen worden war, litt unter großer Hitze. "Wir wollten das Spiel gewinnen. Mit dem 0:0 gegen eine starke Austria muss man auch zufrieden sein. Wir wollten in Hälfte zwei den Sieg mehr, aber heute hat der finale Pass gefehlt", resümierte Sturm-Coach Franco Foda. Aus der "heimlichen Tabellenführung" für die Grazer, gegen die Austria seit 19. August 2006 weiterhin sieglos, ist nach dem 0:1 in Altach und dem nunmehrigen 0:0 nichts mehr geblieben. Mit einem Sieg am Mittwoch auswärts im Nachtrag gegen die erstmals in dieser Saison daheim antretende Kärntner Austria könnten sich die Steirer aber zum ersten Bullen-Jäger aufschwingen.

Die Violetten, die jetzt schon sechs Liga-Runden unbesiegt sind und zuletzt am 25. März in Salzburg (0:2) verloren haben, waren mit dem 0:0 zufrieden. "Ich habe zwar auf drei Punkte gehofft, nach dem Spielverlauf kann man aber von einem gewonnen Zähler sprechen. Zum Schluss waren einige meiner Spieler schon richtig platt", bilanzierte Trainer Karl Daxbacher, für den Hitze und Müdigkeit maßgebliche Faktoren für ein Spiel mit schlechter Qualität waren.

Kärnten übergibt Rote Laterne
Der Null-Nummer von Graz folgt am Abend gleich die zweite. Die SV Ried erzielte erstmals in dieser Saison kein Tor, die Kärntner Austria kassierte erstmals 2008/09 keinen Treffer und übergab die Rote Laterne Aufsteiger Kapfenberger SV. "Gegen den LASK in Linz wird es wahrscheinlich leichter zu spielen als gegen die Kärntner", wagte SVR-Feldherr Paul Gludovatz einen Blick in die Zukunft, nachdem die Innviertler von den jüngsten 14 Partien nur zwei, aber die in der neuen Saison, gewonnen haben. (apa/red)

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5.8.2008 16:02