Freitag, 8. August 2008

Georgien-Südossetien-Konflikt: Vorwürfe an UNO-Gremium bei Dringlichkeitssitzung

  • "Mangelnder politischer Wille" des Sicherheitsrates
  • Moskau prüft Notmaßnahmen, um Lage zu beruhigen

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat sich in einer Dringlichkeitssitzung nicht auf eine gemeinsame Linie zum Konflikt zwischen Georgien und Südossetien einigen können. Der russische UNO-Botschafter Witali Tschurkin, der die Sitzung beantragt hatte, warf dem UNO-Gremium mangelnden politischen Willen vor.

Tschurkin und ein Vertreter Georgiens beschuldigten einander gegenseitig, für die Eskalation der Gewalt in der Region verantwortlich zu sein.

Die 15 Mitglieder des Sicherheitsrats berieten über eine gemeinsame Erklärung, in der das Gremium "ernsthafte Besorgnis über die Eskalation der Gewalt" zwischen Georgien und Südossetien ausdrücken wollte, wie UNO-Diplomaten sagten. Zudem wollten sie mit dem Text beide Seite zu einem "unverzüglichen Einstellen des Blutvergießens" und zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auffordern.

Das außerordentliche Treffen des UNO-Sicherheitsrates war von Russland einberufen worden, nachdem Georgien eine Militäroffensive gegen Südossetien gestartet hatte, um die Kontrolle über die abtrünnige Provinz zurückzugewinnen. Wie die russische Nachrichtenagentur ITAR-TASS unter Berufung auf einen Kreml-Sprecher berichtete, prüfte Moskau zudem "Notmaßnahmen", um die Lage in Südossetien zu befrieden.

Südossetien hatte sich in einem Krieg Anfang der 90er Jahre von Georgien gelöst. Wie das ebenfalls abtrünnige Abchasien gehört die Bergregion völkerrechtlich weiter zu Georgien, wird jedoch wirtschaftlich von Russland unterstützt. In den vergangenen Monaten hatten sich die Spannungen zwischen Russland und Georgien um die Kontrolle über die Kaukasus-Regionen wieder verschärft.

(apa/red)

8.8.2008 08:58