Albright und Holbrooke im Zeugenstand? Karadzic fordert Vorladung des UN-Tribunals
- Geheime Abmachungen mit Holbrooke zur Debatte
- US-Diplomat weist alle Vorwürfe Karadzic' zurück

·INFOGRAFIK: Was in Den Haag passiert
Kriegsverbrecher-Tribunal besteht seit 1993
·Karadzic und das Srebrenica-Massaker
Chronologie der Tötung von 8.000 Bosniaken
·Sein Leben: Radovan Karadzic im Porträt
Vom Mediziner zum Politiker und Dichter
·Hintergrund: Was passiert mit Karadzic?
Prozessbeginn erst in einigen Monaten erwartet
Der frühere bosnisch-serbische Präsident Radovan Karadzic hat beim UNO-Kriegsverbrechertribunal die Vorladung der ehemaligen US-Außenministerin Madeleine Albright und des damaligen Balkan-Gesandten Richard Holbrooke verlangt. Sie sollen einer Eingabe zufolge in dem Völkermord-Prozess gegen Karadzic vor dem Gerichtshof in Den Haag als Zeugen aussagen.
Karadzic gibt an, Holbrooke habe ihm als Gesandter der US-Regierung bei den Verhandlungen zu einem Friedensabkommen für den Balkan Straffreiheit zugesichert. Karadzic müsse sich nur aus Politik und Öffentlichkeit zurückziehen, soll Holbrooke demmach gefordert haben. Der US-Diplomat hat dies zurückgewiesen. Karadzic will ihn jedoch zu einer Aussage unter Eid zwingen. Er will sich selbst verteidigen und hält den Prozess für nicht rechtmäßig.
Der mutmaßliche Kriegsverbrecher wurde am 21. Juli von serbischen Sicherheitskräften festgenommen und vor einer Woche an das UNO-Tribunal in Den Haag überstellt. 13 Jahre nach dem Ende des Bosnien-Kriegs muss er sich unter anderem wegen Völkermordes, Verschwörung zum Völkermord sowie Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten.
(apa/red)
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