Darabos nimmt zu Eurofightern Stellung:
Minister spricht von 730 Millionen Ersparnis
- Neue Berechnungen zum Jet-Deal im Ministerium
- Warten auf gültige Fassung des Rechnungshofberichts
Die mit Verspätung beim Rechnungshof eingelangte Stellungnahme des Verteidigungsministeriums zum Eurofighter-Prüfbericht enthält - wie angekündigt - neue Berechnungen zum Jet-Deal von Minister Darabos. Das Ressort geht in dem Papier nun von Ersparnissen durch die Stückzahl- und Leistungsreduktion von insgesamt mehr als 730 Mio. Euro auf 30 Jahre aus.
Das "zusätzliche Einsparungspotenzial", dessen Errechnung laut Darabos der Grund für die Verzögerung der Stellungnahme war ergibt sich unter anderem beim Material- und Betriebsaufwand im Infrastruktur- und Logistikbereich (250 Mio.), beim Treibstoff (40 Mio.), bei der Wartung (90 Mio. Euro), bei den Gehältern durch die Reduktion von Piloten und Technikern (38 Mio.) und durch den Verzicht auf Upgrades, die für die abbestellte Tranche 2 notwendig gewesenen wären (252 Mio.).
Ist Luftraumüberwachung gewährleistet?
Nach unten gedrückt wurden die Kosten also in erster Linie durch die Stückzahlreduktion von 18 auf 15 und den Verzicht auf die modernere Tranche 2 und Infrarotsysteme. Man darf gespannt sein, wie der Rechnungshof die Auswirkungen dieser Einschränkungen auf die Gewährleistung der Luftraumüberwachung beurteilt. Die Prüfer hatten ja bereits bei der Stückzahlreduktion von 24 auf 18 kritisiert, dass die Luftraumüberwachung eingeschränkt gewährleistet sei.
Rechnungshofpräsident Josef Moser hatte vor Aufnahme der jetzigen Prüfung darauf hingewiesen, dass das Verteidigungsministerium schon nach der Reduktion von 24 auf 18 Eurofighter ein Konzept vorgelegt hat, wonach die Luftraumüberwachung damit "gerade noch" garantiert werden kann. "Wenn eine weitere Reduktion auf 15 erfolgt, wird man fragen müssen, inwieweit das mit den militärtaktischen Überlegungen übereinstimmt", so Moser vor ziemlich genau einem Jahr.
Im April waren Teile des vertraulichen Rohberichts zum Eurofighter-Deal von Darabos in den Medien aufgetaucht: Demnach bestätigt der Rechnungshof zwar, dass die Stornierung Einsparungen gebracht hat. Gleichzeitig wird kritisiert, dass dadurch auch das Volumen der Gegengeschäfte reduziert wurde.
(apa/red)
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