Freitag, 8. August 2008

Benzinbetrug seltenes Delikt, aber: Anstieg zu Urlaubszeiten und bei hohen Spritpreisen

  • Hohe Aufklärungsraten durch Tankstellen-Kameras
  • Allerdings Probleme bei gestohlenen Kennzeichen

Im Vergleich zu anderen kriminellen Delikten kommt Spritdiebstahl relativ selten vor. Spitzen bei der Häufung an Fällen kann man zu Beginn der Urlaubszeit und wenn die Spritpreise in die Höhe klettern, bemerken. Die Aufklärungsrate beim Tankbetrug (dem Diebstahl an der Zapfsäule) ist relativ hoch, weil die Pächter großteils Videokameras installiert haben.

In der Statistik liegt Tankbetrug von der Häufigkeit her mit Delikten wie der "Plünderung" von Zeitungskassen gleichauf. Laut Bundeskriminalamt steigt die Zahl der Fälle aber - besonders zur Urlaubszeit.

Beim "Spritklau" hat es im ersten Halbjahr 2008 eine Zunahme von 43 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gegeben. Tankbetrug hingegen ist rückläufig: Die Fälle, wo ein Autofahrer nach dem Tanken ohne zu zahlen davonbraust, sind um fast 14 Prozent gesunken.

"Unsere Tankstellenpächter sind selbstständige Unternehmer. Ihren Angaben zufolge hat sich der Tankbetrug nicht in hohem Stil verändert. Die Pächter sind gut ausgestattet mit Kameras und auch darauf geschult", sagte BP-Sprecherin Monika Matausch. Die Aufklärungsrate sei deshalb auch sehr hoch. Oft fahren Autofahrer ohne zu zahlen davon, weil sie abgelenkt sind. "Die vergessen einfach und kommen dann auch wieder zurück und entschuldigen sich", meinte Matausch.

Tatsächlich sind die Fälle von Tankbetrug im ersten Halbjahr 2008 von 1.759 Fällen im Vorjahr auf 1.516 gesunken (-13,8 Prozent). Betrug mit gestohlenen Kennzeichen ist aber eine andere Liga. Beim Tankbetrug mit gestohlenen Nummerntafeln ist die Aufklärung laut Bundeskriminalamt gering. "Mithilfe der Videoüberwachung wird zwar das Kennzeichen schnell ausgeforscht, der wirkliche Täter aber noch lange nicht", sagte Bundeskriminalamt-Sprecher Helmut Greiner.

(apa/red)

8.8.2008 08:13