Dienstag, 29. Juli 2008

Die Spanier haben's gern zuckersüß & fett:
Mittelmeer-Diät ist im Sünden nicht mehr in

  • Schwergewicht: Griechen zählen zu Dicksten der EU
  • Fettige, kalorienreiche Fleischgerichte liegen im Trend

Trotz der guten Zutaten und Lob von Gesundheitsexperten geben immer mehr Südeuropäer die sogenannte Mittelmeer-Diät im Tausch für fettigere, ungesunde Speisen auf. Von Fachleuten als Rezept für eine schlanke Figur, Gesundheit und ein langes Leben gelobt, habe die Mittelmeer-Diät Anhänger in aller Welt, aber immer weniger in ihren Ursprungsländern.

In Ländern wie Griechenland, Italien, Portugal und Spanien verliere das Ernährungskonzept mit viel frischem Obst und Gemüse an Bedeutung, kritisierte Josef Schmidhuber von der Welternährungsorganisation FAO. Statt bei Mahlzeiten mit wenig tierischem Fett zu bleiben, stiegen die Bewohner der Mittelmeerregion zunehmend auf fettige Fleischgerichte um.

Das geht auf die Hüften!
Die Ernährungsumstellung auf fettigeres, salzigeres oder süßeres Essen bleibt nicht ohne Folgen. Weil sie mehr Kalorien aufnähmen als früher und weniger Energie verbrauchten, seien die Griechen im Durchschnitt die Dicksten in der Europäischen Union. Drei Viertel der griechischen Bevölkerung sei übergewichtig oder sogar fettleibig, hob Schmidbauer hervor. Auch in Italien, Spanien und Portugal wiegt mehr als die Hälfte der Einwohner zu viel. Das droht auch den Ländern im Nahen Osten und in Nordafrika, weil auch hier der Kalorien- und Zuckergehalt des Essens steige. Hohe Blutzuckerwerte erhöhen das Risiko von Gesundheitsproblemen wie Herz-Kreislaufkrankheiten oder Diabetes.

Dass in der Mittelmeerregion immer fetter gegessen wird, spricht nicht nur für mehr Wohlstand. Auch die Verbreitung von Supermärkten und Schnellimbissen trage zu der Entwicklung bei. Außerdem fänden arbeitende Frauen nicht mehr genug Zeit, aufwendig für ihre Familien zu kochen. Zu allem Überfluss bewegen sich die Menschen weniger. (apa/red)

29.7.2008 16:52