Freitag, 1. August 2008

Diamanten als Wertanlage heiß begehrt:
Schwere Klunker erzielen Spitzenpreise

  • FORMAT: Halbkarätige Edelsteine werden billiger
  • Fünf-Karäter von höchster Qualität sind sehr gefragt

"Diamonds are a girl's best friend", trällerte 1953 die amerikanische Schauspielerlegende Marilyn Monroe. Angesichts der Börsenkrise sind die aus kristallisiertem Kohlenstoff bestehenden Edelsteine auch als Wertanlage wieder heiß begehrt. Speziell Fünf-Karäter höchster Qualität sind - nicht zuletzt als kleine Aufmerksamkeit russischer Oligarchen - sehr gefragt. Die Brüller-Preise schossen auf Jahressicht um bis zu 75 Prozent in die Höhe. Sehr gute blaue und rosa Steine konnten ihren Wert seit Sommer 2007 sogar verdoppeln. Auch mit Klassikern haben Investoren in den letzten zwölf Monaten einen guten Schnitt gemacht: Das härteste aller Minerale legte in lupenreiner Form und ein Karat schwer in US-Dollar gerechnet im Mittel um 22 Prozent an Wert zu.

"Bei größeren Steinen sind die Preise momentan gipfelhoch", konstatiert Felice Lieftinck, Juwelenexpertin für Versteigerungen in Genf und London beim Auktionshaus Sotheby's. Josef Stefan, Hauptschätzmeister für Juwelen und Uhren beim Dorotheum Wien, bestätigt: "Bei Steinen mit einem Gewicht über drei Karat sind die Preise explodiert, seit Sommer 2007 erreichen die Wertsteigerungen bis zu 40 Prozent. Mit Diamanten geringeren Gewichts war jedoch kein Geschäft zu machen. Die moderaten Preiserhöhungen wurden durch den schwachen US-Dollar mehr als zunichte gemacht." In Euro gerechnet gerieten Käufer so in die Verlustzone: Während lupenreine Diamanten mit einem Gewicht von 0,3 Karat seit Ende Juli 2007 im Schnitt um drei Prozent an Wert zulegten, sackte der Greenback gegenüber dem Euro um zwölf Prozent ab.

Wertgewinne gesichert
Wer hohe Wertgewinne anpeilt, ist nach Meinung der Experten auch in Zukunft bei mehrkarätigen Edelklunkern am besten dran. Während bislang farblose Diamanten besonders gesucht waren, stehen nun vermehrt farbige Steine auf der Kaufliste der Schmuckliebhaber und Edelsteinspekulanten. Sotheby's-Expertin Lieftinck: "Für große, farbige Diamanten, die sehr selten sind, werden Preise im Millionen-Dollar-Bereich bezahlt."

Oligarchen und Scheichs
Zusätzlich hält eine relativ neue Käuferschicht die Preise der besten Steine weiter am Köcheln. Dorotheum-Schätzmeister Stefan: "Die internationale Nachfrage ist stark gestiegen, bei unseren Auktionen erhalten immer öfter russische Käufer den Zuschlag." Nach Angaben von De Beers - mit einem Marktanteil von 40 Prozent der größte Diamantenhändler und -produzent der Erde - hat die Nachfrage zuletzt am markantesten im asiatisch-pazifischen Raum, in Indien und in den Golfstaaten zugenommen. Indien verzeichnet seit einem Jahrzehnt jährliche Wachstumsraten von 20 Prozent und zählt bereits zu den fünf größten Abnehmern. Im boomenden Shanghai werden heute fast so viele Diamanten wie in den USA gekauft. Wegen des Nachfragebooms will De Beers die Preise im Schnitt um fünf Prozent anheben.

Diamanten online bestellen
Wem die von den Auktionshäusern offerierten Schmuckstücke mit Diamantenbesatz zu hochpreisig sind, der kann auf der Homepage von Blue Nile unter www.bluenile.co.uk Preisvergleiche anstellen oder gleich online bestellen. Für makellose Einkaräter werden derzeit rund 5.700 Euro in Rechnung gestellt, Spitzenware mit einem Gewicht von sechs Karat kostet 805.158 Euro. Dafür ist der von Federal Express vorgenommene Versand von Dublin aus gratis.

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1.8.2008 17:08