Freitag, 1. August 2008

ÖIAG mit nächstem Schritt zu AUA-Verkauf:
Antrag für Total-Privatisierung auf Schiene

  • Verhandlungen aber erst bei Auftrag der Regierung
  • Partnersuche duldet laut Mitterbauer keinen Aufschub
    "AUA-Gipfel" mit Gusenbauer, Faymann und Molterer

Nach mehrstündigen Beratungen im Aufsichtsrat der ÖIAG hat die Staatsholding - mit 42,75 Prozent namens der Republik Hauptaktionärin der angeschlagenen Austrian Airlines - den erwarteten Antrag für das Privatisierungsmandat auf Schiene gebracht. Während die ÖIAG wie die ÖVP eine Totalprivatisierung favorisiert, ist die SPÖ gegen einen Totalverkauf. Am Dienstag soll ein "AUA-Gipfel" stattfinden.

Erst wenn die Regierung der ÖIAG den formalen Privatisierungsauftrag erteilt hat, darf die Hauptaktionärin offiziell in Verhandlungen zum Verkauf ihres - wenn möglich gesamten - AUA-Pakets treten. ÖIAG-Aufsichtsratspräsident Peter Mitterbauer bestätigte, dass die ÖIAG bei Bedarf alle ihre Anteile verkaufen wird. Demnach soll der Privatisierungsauftrag wie erwartet auf bis zu 100 Prozent der Staatsanteile lauten. Die Partnersuche für die AUA duldet laut Mitterbauer "keinen Aufschub".

Laut "Presse" und "Kurier" findet nun am Dienstag ein "AUA-Gipfel" statt. Teilnehmen sollen Bundeskanzler Gusenbauer, SPÖ-Chef Verkehrsminister Faymann, Finanzminister Molterer, ÖIAG-Chef Peter Michaelis und Mitterbauer. Die SPÖ ist gegen einen Totalverkauf, also eher für den Erhalt einer staatlichen Sperrminorität von 25,1 Prozent.

Streitpunkte rechtzeitig klären
Ziel ist es, vor der Ministerratssitzung am 12. August die größten Streitpunkte zur AUA-Privatisierung zu klären. Auch ein Exzerpt des Boston-Consulting-Gutachtens zur AUA werden die Spitzen der Regierung bekommen.

Zuletzt war wie berichtet auch von Eigentümerseite angedeutet worden, dass ein AUA-Käufer - also auch eine grundsätzlich an einer Kontrollübernahme interessierte Lufthansa - möglicherweise nicht auf einmal voll einsteigt, weil eine mehrheitliche Konsolidierung samt der AUA-Schulden auf einen Schlag die eigene Bilanz verschlechtern würde. (apa/red)

1.8.2008 19:11