Donnerstag, 31. Juli 2008

Familienbeihilfe: Staat unterstützt Familien unabhängig vom gesamten Einkommen

  • Förderung seit 2000 nicht an Inflation angepasst
  • Fast 15 Prozent Wertverlust seit letzter Anhebung

Mit der Familienbeihilfe unterstützt der Staat jede Familie, unabhängig vom Einkommen. Der Zuschuss ist nach Alter und Anzahl der Kinder gestaffelt. Für ein Neugeborenes zahlt der Staat daher 105,40 Euro pro Monat, für einen Studenten dagegen 152,70 Euro. Außerdem gibt seit 2002 einen einkommensabhängigen Mehrkinderzuschlag, der zwischen 12,8 Euro (ab dem zweiten Kind) und 97,8 Euro (für das vierte Kind) beträgt. Voraussetzung: Das Familieneinkommen darf 55.000 Euro nicht übersteigen.

Grundsätzlich kann die Familienbeihilfe bis zum 26. Geburtstag des Kindes bezogen werden, in Ausnahmefällen (wenn Zivildienst geleistet wurde oder das Kind erheblich behindert ist) auch bis zum 27. Geburtstag. Ab der Volljährigkeit ist die Gewährung von Familienbeihilfe jedoch im Allgemeinen an das Vorliegen einer Berufsausbildung gebunden. Außerdem entfällt der Anspruch auf Familienbeihilfe, wenn das volljährige Kind über ein eigenes Jahreseinkommen von mehr als 9.000 Euro verfügt.

Zu beachten ist allerdings, dass die Grundbeträge seit 2000 nicht mehr an die Inflation angepasst wurden. Der Wertverlust beträgt laut Inflationsrechner der Statistik Austria seither 14,6 Prozent. Damit müsste der Einstiegssatz für Neugeborene mittlerweile bei 120,79 Euro liegen (statt bei unveränderten 105,4 Euro). Der Höchstsatz für über 19-Jährige müsste unter Berücksichtigung der Inflation bei 174,99 Euro liegen.

ÖVP macht Kehrtwende
Die SPÖ hat im April eine Anhebung der Familienbeihilfe gefordert, was von der ÖVP damals abgelehnt wurde (u.a. mit dem Argument, dass davon auch kinderreiche Ausländerfamilien profitieren würden). Die nun von Finanzminister Wilhelm Molterer (V) vorgeschlagene 13. Monatsrate für in Ausbildung befindliche Kinder würde - für diese Bezieher-Gruppe - freilich auf eine Anhebung der Beihilfe um gut acht Prozent hinauslaufen.

Insgesamt hat die Familienbeihilfe 2007 rund 2,9 Mrd. Euro gekostet, die aus dem Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) finanziert werden. Dieser wird aus Arbeitgeberbeiträgen gespeist und ist zuletzt kräftig in die Roten Zahlen geschlittert. Grund war die Einführung des Kinderbetreuungsgeldes im Jahr 2002, das ebenfalls aus diesem Topf bezahlt wird und im Vorjahr 1,1 Mrd. Euro kostete.

(apa/red)

31.7.2008 11:23