Bikeboom nach Tour-Erfolg von Berni Kohl:
430.000 Fahrräder werden heuer verkauft
- NEWS: Umsatz um 5,3 Prozent höher als im Vorjahr
- Der Run auf Räder bringt der Branche 132,4 Mio. Euro

Das Sommermärchen ist perfekt: Berni Kohl erstrampelte bei der Tour de France das rot getupfte Bergtrikot und infizierte ganz Österreich mit dem Rad-Fieber. Das spürt auch die Wirtschaft: Während der Einzelhandel derzeit Umsatzeinbußen von bis zu 5,8 Prozent verzeichnet, boomt der Absatz von Fahrrädern. Rund 430.000 Renn-, City- und Mountainbikes werden laut Schätzungen von Marktforscher Andreas Kreutzer in Österreich heuer verkauft und bringen der Branche 132,4 Millionen Euro - um 5,3 Prozent mehr als 2007.
"Besonders Rennräder sind auf Vorfahrt", bestätigt Intersport-Eybl-Vorstand Peter Wahle und nennt das den "Kohl-Effekt". 15 Prozent des Gesamtumsatzes des Sport-Giganten entfallen heuer auf die Radsportabteilung.
Profisportler als Anreiz
"Spitzenleistungen von Profisportlern bieten Anreize für unsere Kunden", weiß auch Hervis-Chef Alfred Eichblatt und ortet einen weiteren Trend: "Die hohen Treibstoffpreise sorgen dafür, dass kurze Wege immer öfter mit dem Rad zurückgelegt werden." Hervis rechnet daher besonders bei Trekking- und Citybikes mit einem Umsatzplus von bis zu zehn Prozent.
Rekordjahr für Bike-Hersteller
Die große Nachfrage führt derzeit allerdings zu Lieferverzögerung von bis zu sechs Monaten. Jedes zweite KTM-Rad ist bereits ab Werk ausverkauft. Geschäftsführerin Carol Urkauf-Chen: "Wir können schon jetzt sagen, dass 2008 mit über 50.000 verkauften Rädern und einem Umsatzplus von bis zu 15 Prozent ein Rekordjahr wird." Um mit der großen Kauflust mitzuhalten, tritt KTM derzeit fest in die Pedale: "Wir bieten Modelle aus der 2009er-Kollektion schon ab Herbst an, um der starken Nachfrage gerecht zu werden."
Mehr zum Radstar Bernhard Kohl lesen Sie im NEWS 31/08!

