Mittwoch, 30. Juli 2008

Bartenstein mahnt Koalitionspartner in Sachen AUA: Es sei nun "Zeit zum Handeln"

  • Aeroflot winkt Kauf der Fluglinie ab: "Zu riskant"
  • Deutsche Lufthansa äußerte sich indes zurückhaltend

Wirtschaftsminister Bartenstein mahnt in Sachen AUA den Koalitionsparntner zu konstruktivem Handeln auf. Bei der finanziell in Turbulenzen befindlichen Airline sei es "Zeit zum Handeln" und "nicht Zeit für politisches Kleingeld", sagte er in Richtung von SPÖ-Spitzenkandidat Infrastrukturminister Faymann, Faymann-Berater Androsch sowie SPÖ-Finanzstaatssekretär Matznetter.

Es sei jetzt "Zeit zum Handeln", ansonsten drohe ein "Kahlschlag" nicht nur bei den Destinationen und Flugzeugen der Austrian Airlines, sondern auch bei den Jobs und beim Standort. "Dazu darf es nicht kommen", so Bartenstein. In Sachen AUA "ein politisches Spiel zu treiben, wäre unanständig", da dies "auch auf dem Rücken von 8.000 Beschäftigten" ausgetragen würde, warnte der ÖVP-Minister.

Bartenstein ist "guter Hoffnung für Privatisierungsauftrag"
Bartenstein ist "guter Hoffnung für einen Privatisierungsauftrag" für die AUA bei der sommerlichen Regierungssitzung am 12. August. Die Beteiligungsholding ÖIAG, die 42,75 Prozent der AUA-Aktien für den Staat hält, wünscht sich vom Ministerrat übernächste Woche mit der Privatisierung von "bis zu 100 Prozent" beauftragt zu werden.

Der Wirtschaftsminister gab sich jedenfalls "optimistisch, dass es uns gelingt, die rot-weiß-rote Heckflosse zu halten". Zur Frage, ob es angesichts der hohen Schuldenlast der AUA nicht schwierig sein könnte, einen Käufer für die Mehrheit der Airline zu finden, da dies sein Rating verschlechtern könnte, hielt sich Bartenstein bedeckt: Auch daher sei es wichtig, "den Verhandlern Freiräume zu geben" und nicht schon vorweg Bürden aufzuhalsen.

Aeroflot winkt ab - Lufthansa zurückhaltend
Die staatliche russische Fluggesellschaft Aeroflot, die als möglicher Bieter für die 43 Prozent der ÖIAG an der AUA galt, hat abgewunken: "Das Risiko überwiegt die Vorteile", hieß es. Man werde daher kein Angebot für die Austrian Airlines legen.

Die Deutsche Lufthansa äußerte sich indes zurückhaltend über einen möglichen Einstieg. "Wir werden uns mit dem Thema befassen, wenn es akut ist", sagte Finanzvorstand Gemkow. Es gebe derzeit keine Klarheit über die in Österreich laufenden Prozesse für einen möglichen Verkauf der angeschlagenen Gesellschaft.

(apa/red)

30.7.2008 16:34