Bartenstein mahnt SPÖ zum Handeln ein:
Laut Minister droht bei AUA ein Kahlschlag
- Jetzt sei "nicht die Zeit für politisches Kleingeld"
- ÖVP-Minister will AUA-Privatisierung vorantreiben

·AUA vor Verkauf: Lufthansa bedeckt
"Wir befassen uns erst damit, wenn es akut ist"
·Neuer Partner für die marode AUA muss her
ÖIAG will den Deal bis Ende Oktober besiegeln
·GRAFIK: Bisherige Privatisierung der AUA
Chronologie: Staatliche Airline vor Totalverkauf
Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V) mahnt in Sachen AUA den Koalitionsparntner zu einem konstruktiven Handeln auf. Bei der finanziell in Turbulenzen befindlichen Airline sei es nun "Zeit zum Handeln" und "nicht Zeit für politisches Kleingeld", betonte Bartenstein explizit in Richtung von SPÖ-Spitzenkandidat Infrastrukturminister Werner Faymann, Ex-Finanzminister und Faymann-Berater Hannes Androsch sowie SPÖ-Finanzstaatssekretär Christoph Matznetter.
Es sei jetzt "Zeit zum Handeln", ansonsten drohe ein "Kahlschlag" nicht nur bei den Destinationen und Flugzeugen der Austrian Airlines, sondern auch bei den Jobs und beim Standort. "Dazu darf es nicht kommen", so Bartenstein bei einem Hintergrundgespräch zum Thema WTO.
In Sachen AUA "ein politisches Spiel zu treiben, wäre unanständig", da dies "auch auf dem Rücken von 8.000 Beschäftigten" ausgetragen würde, warnte der ÖVP-Minister.
Bartenstein ist "guter Hoffnung für einen Privatisierungsauftrag" für die AUA bei der sommerlichen Regierungssitzung am 12. August, wie immer der dann genau aussehe. Wie erklärt wurde, wünscht sich die Beteiligungsholding ÖIAG, die 42,75 Prozent der AUA-Aktien für den Staat hält, vom Ministerrat übernächste Woche mit der Privatisierung von "bis zu 100 Prozent" beauftragt zu werden.
AUA: Die Braut, die keiner will?
Der Wirtschaftsminister gab sich jedenfalls "optimistisch, dass es uns gelingt, die rot-weiß-rote Heckflosse zu halten". Zur Frage, ob es angesichts der hohen Schuldenlast der AUA nicht schwierig sein könnte, einen Käufer für die Mehrheit der Airline zu finden, da dies sein Rating verschlechtern könnte, hielt sich Bartenstein bedeckt: Auch daher sei es wichtig, "den Verhandlern Freiräume zu geben" und nicht schon vorweg Bürden aufzuhalsen.
Über die Möglichkeit, dass auch - eventuell ungeliebte - ausländische Staatsfonds bei der AUA mitbieten und andere Kaufinteressenten mit höheren Angeboten ausstechen könnten, will Bartenstein jetzt noch nicht spekulieren: "Das sind 'Was-wäre-wenn-Fragen'". Er habe schon früher seine "kritische Stimme" zu derartigen Fonds erhoben, erinnerte der Minister. Jedoch seien nicht alle Staatsfonds negativ zu sehen. Vorbildlich sei etwa Norwegen, das hier bei Transparenz-Kriterien international vorn ist. (apa/red)

