Fette Gewinne für den Verbund: Im ersten Halbjahr steigt das Ergebnis um 30 Prozent
- Vorstand hebt Gewinnprognose 2008 weiter stark an
- Pistauer überlegt leichte Preiserhöhungen bis 2009

Die steigenden Energiepreise bescheren der börsenotierten Verbundgesellschaft im ersten Halbjahr 2008 einen Gewinn von 30 Prozent. Und auch für das restliche Jahr 2008 hat der Vorstand die Gewinnprognose kräftig angehoben. Den Aktionären winkt abermals satte Dividenden. Gleichzeitig steigt der Druck von politischer Seite, einen Preisstopp durchzuführen steigt.
Die Geschäftszahlen des Verbund-Konzerns zeigen auch im ersten Halbjahr 2008 "steil nach oben", berichtete der Konzern.
Der Umsatz des Verbund stieg in den ersten sechs Monaten um 10,6 Prozent auf 1,65 Mrd. Euro. Das Operative Ergebnis wurde um 26,1 Prozent auf 564,2 Mio. Euro verbessert. Das Konzernergebnis legte um 30,0 Prozent auf 429 Mio. Euro zu
Von einem Strompreisstopp, wie vielfach gefordert, hält Verbund-Chef Michael Pistauer nichts. "Ich lasse mich nicht durch politische Zurufe leiten", meinte er bei der Präsentation des Halbjahresergebnisses. Es werde zwar in den nächsten Monaten keine Strompreiserhöhung geben, ob dies auch bis zum Jahresende gelte, lasse sich derzeit nicht sagen.
Pistauer überlegt moderate Preiserhöhung
Grundsätzlich sprach er sich sogar für eine moderate Erhöhung aus. Die Großhandelspreise würden jedenfalls weiter anziehen. Betrugen sie 2007 rund 52 Euro je Megawattstunde, liegen sie heuer bereits bei 64 Euro und sollen 2009 auf 68 Euro ansteigen. Der Trend gehe Richtung 75 Euro, so Pistauer.
Keine "Robin-Hood-Steuer"
Ebenfalls ablehnend äußerte er sich zu Plänen einer "Robin-Hood-Steuer", sprich die Abschöpfung der Mehrgewinne durch die hohen Energiepreise. Pistauer erinnerte in diesem Zusammenhang an die schwierigen Zeiten, die das teilstaatliche Unternehmen Ende der 90er Jahre hatte, an deren Bewältigung die Aktionäre wesentlich mitgeholfen hätten. Außerdem sei ein gesundes Unternehmen aufgrund seiner hohen Steuerleistung auch im Interesse des Steuerzahlers.
Gewinne nicht durch Endverbraucher
An dem stark gestiegenen Gewinn des Verbund habe das Endkundengeschäft jedenfalls nur einen marginalen Anteil, betonte Pistauer. Das Unternehmen hat 150.000 Privatkunden, 30.000 kamen alleine im ersten Halbjahr dazu. Vielmehr hätten die internationalen Beteiligungen das Geschäft getrieben - und hier wiederum insbesondere die Sorgenia Group.
(apa/red)

