Streik bei Lufthansa wird ausgeweitet:
70 Flieger müssen heute am Boden bleiben
- Gewerkschaft fordert 9,8 Prozent Lohnerhöhung
- "Es fliegt alles": Flughafen Wien ist nicht betroffen
Der Streik bei der deutschen Lufthansa wirkt sich jetzt auch auf die Passagiere aus. Rund 70 Kurzstreckenflüge innerhalb Deutschlands und Europas musste das Unternehmen streichen. Das entspreche etwa drei Prozent der Tagesleistung der Airline, sagte ein Sprecher. In Österreich sind bisher noch keine Auswirkungen des Streiks zu bemerken.
Die betroffenen Fluggäste werden auf frühere oder spätere Verbindungen umgebucht. "Die Situation ist geordnet und ruhig", sagte der Sprecher. Langstreckenverbindungen sind nicht betroffen.
Während es am ersten Streiktag keine Flugausfälle gegeben hatte, macht sich nun der am Montag begonnene Ausstand des Bodenpersonals bemerkbar: Neun Kurzstreckenflugzeuge der Lufthansa wurden nicht gewartet und durften deshalb nicht starten. Sechs von ihnen mussten am Flughafen Frankfurt am Boden bleiben, drei in München. Insgesamt verfügt die Fluggesellschaft nach eigenen Angaben über 520 Flugzeuge.
Am zweiten Streiktag beteiligten sich erneut rund 4.000 Lufthansa-Mitarbeiter an den Aktionen der Gewerkschaft. Die Beteiligung am größten deutschen Flughafen Frankfurt am Main, wo allein rund 2.000 Beschäftigte streikten, mache richtig Mut, sagte Gerold Schaub, Landesfachbereichsleiter Verkehr des ver.di-Landesbezirks Hessen. In Hamburg streikten 1.500 Beschäftigte. Ab der Nachtschicht sind auch die Lufthansa-Beschäftigten in Stuttgart zum unbefristeten Streik aufgerufen.
Einschüchterungen durch Unternehmen
Gewerkschafter und Betriebsratsvertreter berichteten von Einschüchterungsversuchen gegen Streikende in Frankfurt seitens des Unternehmens. So sei einigen mit der Aufnahme ihrer Personalien und mit weiteren Konsequenzen gedroht worden. Außerdem habe der Lufthansa-Caterer LSG versucht, das Streiklager vor seinen Toren per Einstweiliger Verfügung zu verhindern.
Zwei Flüge in Österreich gestrichen
Der Personalstreik wirkt sich jetzt doch auch auf die österreichischen Passagiere aus: Für heute sind zwei Flüge gestrichen worden, teilte eine Sprecherin des Flughafen Wien mit. Es handelt sich um die Maschine LH 3536, die um 17:25 Uhr aus Frankfurt am Main kommend in Wien hätte landen sollen sowie um den Flug LH 3537, der für 18:30 Uhr von Wien nach Frankfurt angesetzt war. Die Info-Hotline der Lufthansa hat die Angaben des Flughafen bestätigt.
In dem Tarifkonflikt bei der Lufthansa verlangt ver.di höhere Gehälter für rund 50.000 Lufthansa-Beschäftigen am Boden und in der Kabine. Die Gewerkschaft fordert 9,8 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von einem Jahr. Lufthansa hatte zuletzt gestaffelt 7,7 Prozent mehr Geld bei 21 Monaten Laufzeit angeboten.
(apa/red)


