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1.8.2008 14:14

Fecht-Superstar unter Dopingverdacht: Diuretikum im Urin Baldinis nachgewiesen

  • Einnahme anderer Dopingmittel verschleiert?
  • Vizeweltmeister darf nicht an Spielen teilnehmen

Die Doping-Meldungen im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele in Peking reißen nicht ab: Florett-Vizeweltmeister Andrea Baldini aus Italien darf wegen des Verdachts auf Leistungsmanipulation nicht an den Olympischen Sommerspielen in Peking teilnehmen. Der 22-Jährige wurde bei den Fecht-Europameisterschaften Anfang Juli in Kiew positiv auf ein verbotenes Diuretikum (Entwässerungsmittel), mit dem die Einnahme anderer Dopingmittel verschleiert werden kann, getestet.

Der italienische Fechtverband bestätigte diese Meldung und teilte in einer Presseerklärung mit, die Öffnung der B-Probe sei bereits beantragt. Italiens Nationales Olympisches Komitee (CONI) schloss den Weltranglisten-Ersten bereits nach Bekanntwerden des A-Resultats aus dem Peking-Team aus und nominierte stattdessen Andrea Cassara nach. Baldini, im Vorjahr Europameister, galt als Topfavorit auf Olympia-Gold, nun droht dem WM-Zweiten von 2006 und 2007 eine zweijährige Dopingsperre.

"Ich bin sehr überrascht, weil wir keine Sportart sind, wo Doping ein Thema ist", sagte der deutsche Weltmeister Peter Joppich, der nun nach Baldinis Ausschluss im olympischen Florett-Bewerb als Nummer eins gesetzt ist. Joppichs Teamkollege, der WM-Dritte Benjamin Kleibrink, zeigte sich zwar "schockiert", meinte jedoch gleichzeitig: "Es verwundert mich aber nicht, dass da mal was rauskommt. Es war einfach nur ein Gefühl von mir."

"Beunruhigt und traurig"
Italiens Fechtverbands-Präsident Giorgio Scarso meinte, dass ihn der Fall Baldini "beunruhigt und traurig" stimme. "Das ist eine ganz üble Sache für unseren Sport. Wenn er (Baldini, Anm.) einen Fehler gemacht hat, dann muss er dafür bestraft werden. Falls das Analyse-Ergebnis falsch sein sollte, dann muss er aber natürlich rehabilitiert werden", forderte Scarso und ließ gleichzeitig durchklingen, dass Baldini im Falle einer negativen B-Probe doch noch an den Spielen teilnehmen kann.

Die Chancen auf eine solche Wende sind aber äußerst gering. "Ich hoffe, die Gegenanalyse beweist seine Unschuld. Wie heißt es so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt", meinte Scarso. "Doch die Experten haben mir gesagt, dass auch die B-Probe zu 99 Prozent positiv sein wird. Wir erwarten das Ergebnis Anfang der kommenden Woche."

In den vergangen Jahren hatte es im Fechten nur zwei aufsehenerregende Doping-Fälle gegeben. Degen-Olympiasiegerin Laura Flessel aus Frankreich war 2002 positiv auf Koramin-Glukose getestet und für drei Monate gesperrt worden. Damals hatte der französische Verbandsarzt erklärt, er habe Flessel versehentlich eine Tablette verabreicht. Frankreichs Florett-Weltmeister Loic Attely wurde im selben Jahr nach Einnahme des anabolen Steroids Norandrostendion zehn Monate gesperrt.

(apa/red)

1.8.2008 14:14
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