Drei Judoka - ein Ziel: Österreichs Trio ging
in der Vorbereitung aber getrennte Wege
- Paischer und Filzmoser trainieren mit Quellmalz
- PLUS: Heill kehrte rasch zu Rohrauer zurück

Drei Judoka - ein Ziel. Ludwig Paischer, Sabrina Filzmoser und Athen-Silbermedaillengewinnerin Claudia Heill streben bei den Olympischen Spielen den Medaillengewinn an und zählen auch zum Favoritenkreis, in der Vorbereitung allerdings ging das Trio getrennte Wege.
Während der Salzburger Paischer und die Oberösterreicherin Filzmoser auf National-Techniktrainer Udo Quellmalz vertrauen, kehrte die Wienerin Heill nach einer kurzen Unterbrechung zu ihrem Erfolgscoach Hubert Rohrauer zurück. Der Österreichische Judoverband hatte im Jänner 2007 den Deutschen Quellmalz, Olympiasieger von Atlanta und zweifacher Weltmeister, als neuen Techniktrainer verpflichtet.
"Hat mir sehr viel gebracht"
"Er hat mir sehr viel gebracht, technisch und taktisch habe ich mich weiterentwickelt. Am Anfang war die Umstellung für mich aber sehr schwierig, es ist schlecht gelaufen und hat seine Zeit gebraucht", erinnert sich Paischer, der schon etwas zum Zweifeln begonnen hat. "Aber ich glaube, der Udo auch. Ich war erfolgreich, dann ist er gekommen, und dann habe ich schlecht gekämpft."
Nach hartem Training und mit dem Ziel vor Augen fand Paischer mit Platz drei beim Weltcup in Budapest (Mai 2007) auf die Erfolgsspur zurück: "Ich habe gesehen, es funktioniert. Für mich war das sehr wichtig, dadurch habe ich bei der WM wieder Selbstvertrauen gehabt." Bronze im September 2007 bei den Welttitelkämpfen sicherten dem Athleten der Judo Union Flachgau einen Olympia-Quotenplatz.
Und seit dieser WM hat er mit Filzmoser eine neue Trainingspartnerin. Denn noch im gleichen Monat trennten sich der Österreichische Verband und Damen-Nationaltrainer Hubert Rohrauer wegen Kontroversen und unterschiedlicher Anschauungen, und die Zeitsoldatin schloss sich dem Männer-Gespann an.
"Hat nichts Besseres passieren können"
"Mir hat nichts Besseres passieren können als Udo", sagt die Olympia-Debütantin, die hart an der Erfüllung ihres Lebenstraumes arbeitete und für Athen nur knapp die Teilnahme verpasste. Die Zusammenarbeit mit Quellmalz sieht sie als neue Herausforderung, das Training mit "Lupo" betrachtet sie als "irrsinnig positiv." "Lupo ist so ein offener, menschlicher Typ. Er geht mit Situationen ganz anders um, als ich es gewohnt bin. Wir sind grundverschiedene Typen, aber wir können beide voneinander viel profitieren."
An seiner Trainingseinstellung bewundere sie, dass er immer "100 Prozent gibt. Er ist schnellkräftig und explosiv, ich bin genau das Gegenteil, eher mehr der Ausdauerathlet. Lupo, Udo und ich, wir gehen völlig unterschiedlich an die Sachen heran. Ich suche das Beste heraus und profitiere hoffentlich davon." Paischer hofft, dass von der Ruhe, die seine Kollegin ausstrahlt, etwas auf ihn abfärbt. "In wichtigen Situationen kann das zum Vorteil werden."
Als großer Favorit in Athen am Start, musste sich Paischer nach einer Auftaktniederlage verabschieden. "Ich glaubte mich in der Form meines Lebens. Und ich hätte auch nicht stärker sein können, als ich war. Aber nun bin ich vier Jahre reifer. Und ich bin stärker."
Alter Weg
Claudia Heill geht ihren alten Weg weiter, nur zwei Monate arbeitete sie ohne Rohrauer. "Er hat mich genau auf einem Japan-Trainingslager nicht begleiten können. Ich habe überlegt, ob ich es mit dem neuen, für das österreichische Team engagierten Trainer, Udo Quellmalz versuche, aber das war nach einer kurzen Abtastungsphase absolut kein Thema für mich."
Weil sie und "Hupo" tausendprozentig aufeinander eingestimmt seien und er das ganze Judoleben an ihrer Seite verbracht hat. "Für mich ist er der absolut beste Trainer in Österreich, wir sind ein absolutes Weltklasseteam."
(apa/red)