Schwimmer holen sich den letzten Schliff:
Auch eisgekühlt wird im Becken geschwitzt
- Wasser im Becken von Hongkong bis zu 30° warm
- Lockere Bewegungseinheiten von Jukic und Co.

Drei Tonnen Eiswürfel haben die Wassertemperatur des Pools der Universität Hongkong, in dem sich fünf österreichische Schwimmer auf die Olympischen Spiele vorbereiten, nur knapp unter 30 Grad senken können. Es werden noch einmal 3.000 Kilogramm, also 3.000 Liter Eis, folgen - dieses Mal in Blöcken. "Wir schauen uns natürlich nach einer anderen Möglichkeit um, aber es gibt keine Becken hier, wo man Bahnen mieten kann", sagte Hans Holdhaus jun..
Seit Leistungsdiagnostiker Holdhaus sen. im Olympischen Dorf in Peking eingezogen ist, hat sein Sohn die Verantwortung für das Preolympic-Camp des ÖOC in Hongkong. Das soll den rot-weiß-roten Sportlern optimale Akklimatisierungs- und Trainingsbedingungen bieten. "Wir bemühen uns und haben auch Hilfe von der Uni, aber bei der Hitze ist es sehr schwer. Es gibt auch keine Planen oder Markisen, mit denen man das Becken abdecken könnte", erklärte Holdhaus jun. Neben Mirna und Dinko Jukic haben auch Birgit Koschischek, Hunor Mate und Florian Janistyn die Destination Hongkong gewählt.
30 Grad Lufttemperatur und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit sind die aktuellen Werte, die auf die Aktiven einwirken. Und eben auch 30 Grad Wassertemperatur - im Gegensatz zu 26,5 bis 27, wie sie im olympischen Becken in Peking vorzufinden sein werden. "Das mit dem Eis soll vor allem auch einen psychologischen Effekt haben", erläuterte Holdhaus jun. Denn selbst mit ein paar Tonnen Eis erreicht man nur eine geringe Abkühlung.
Schwitzen im Wasser
Bei Temperaturen um 30 Grad fängt der Körper durch die Muskeltätigkeit auch im Wasser zu schwitzen an. "Er kocht", betonte Holdhaus, der sich von einem Schwimmbad-Mitarbeiter vorrechnen ließ, dass drei Tonnen Eis 2.500 Hongkong-Dollar (205 Euro) kosten, die das ÖOC natürlich selbst bezahlen muss. "Wir hatten jetzt gerade eh ein bisschen Hilfe von oben, es hat geregnet, das hilft auch zu kühlen", war der IMSB-Mitarbeiter zuversichtlich, das Problem in den Griff zu kriegen.
Trainer Zeljko Jukic, der Freitagvormittag das lockere Schwimmen seiner beiden Kinder und Schützlinge von der Tribüne aus verfolgte, achtet schon darauf, dass Mirna und Dinko trotz Warmwassers nicht an Substanz verlieren. "Es gehen natürlich viele Elektrolyte verloren, da muss man halt darauf achten, dass sie dementsprechend mehr trinken", erklärte Vater Jukic. In der jetzigen Periode der Vorbereitung sei es ohnehin "gleich", ob das Wasser 26 oder 30 Grad habe, meinte er, sprach aber natürlich von "schwierigen Bedingungen". Weil die olympischen Entscheidungen aber alle ab 10.00 Uhr früh fallen, müsse natürlich auch jetzt in der heißen Zeit von 10.00 bis 12.00 Uhr geschwommen werden.
(apa/red)