Fall für die Anwälte: Aserbaidschan klagt Olympia-Startrecht für seine Hockey-Damen
- Erste Fälle für Ad-hoc-Kommission des CAS

Nach der Eröffnung ihres Olympia-Büros in Peking liegen der Ad-hoc-Kommission des Internationalen Sportgerichtshof CAS schon die ersten beiden Fälle zur Verhandlung vor. Das Nationale Olympische Komitee und der Hockey-Verband Aserbaidschans klagen gegen die Internationale Landhockey-Förderation (FIH) auf Teilnahme ihres Frauenteams an den Sommerspielen.
Nach Überzeugung des NOK Aserbaidschans (ANOC) und des nationalen Feldhockey-Verbandes (AFHF) waren zwei spanische Spielerinnen beim entscheidenden Qualifikationsspiel am 20. April in Baku gegen Aserbaidschan (3:2) gedopt. Deshalb müsse Spanien vom olympischen Turnier ausgeschlossen werden.
Dass bei beiden verbotene Substanzen entdeckt wurden, hatte der spanische Verband am 21. Mai zwar eingeräumt, gleichzeitig aber die Unschuld seiner Akteurinnen beteuert. Nationaltrainer Pablo Usoz hatte offen von einem Komplott der aserbaidschanischen Gastgeber gesprochen.
Auch Schwimmerin klagt
Im zweiten Fall klagt die Schwimmerin Simms gegen den Schwimm-Weltverband FINA, weil dieser ihr keine Starterlaubnis für Peking erteilte. Die auf Hawaii geborene Simms hat die doppelte Staatsbürgerschaft der USA und der Philippinen und wollte nun für das asiatische Land starten.
Das US-NOK stimmte zu, nicht jedoch die FINA, weil Simms 2007 als US-Athletin an internationalen Wettkämpfen teilgenommen hatte. Außerdem, so argumentierte der Weltverband, habe sie keinen permanenten Wohnsitz in den vergangenen zwölf Monaten auf den Philippinen gehabt.
Für jeden Fall der Ad-hoc-Kommission bestimmt der Schweizer Robert Briner als vorsitzender Richter ein Dreier-Gremium, das binnen 24 Stunden entscheidet. Erstmals hatte der in Lausanne ansässige CAS bei den Spielen 1996 in Atlanta eine ad-hoc-Kammer eingesetzt. Seitdem sind bei Sommerspielen jeweils zwölf und bei Winterspielen jeweils neun CAS-Schiedsrichter vor Ort im Einsatz.
(apa/red)