Sonntag, 3. August 2008

Thomas Krammer zurück im Wohnzimmer:
Ex-Grazer will mit Austria bei Sturm punkten

  • Mittelfeldspieler wanderte im Sommer nach Wien ab
  • Krammer: "Sturm kann zu Hause jeden schlagen"

Für einen Austrianer ist das heutige Spiel zur fünften Runde der Fußball-tipp3-Bundesliga gegen Stum Graz keine gewöhnliche, sondern eine besondere Partie, eine Reise in die sportliche Vergangenheit. Thomas Krammer, im heurigen Sommer von der Steiermark nach Wien übersiedelt, kehrt für 90 Minuten zu seinem Ex-Verein zurück. "Dort habe ich den Durchbruch geschafft. Die UPC-Arena war mein Wohnzimmer. Ich habe noch viele Bekannte und freue mich schon riesig", sagte der Mittelfeldspieler zu APA.

Spätestens ab 17.00 Uhr, wenn die Mannschaften den Rasen der UPC-Arena betreten, werden seine Erinnerung an vergangene schwarz-weiße Zeiten verflogen sein. Da will er alles versuchen, um mit den Wienern den dritten Liga-Sieg in Serie einzufahren. Sein erstes Tor im violetten Dress am Donnerstag, das gegen Tobol Kostanai das 2:0 und damit den Aufstieg bedeutete, gibt ihm zusätzlich Auftrieb. "Zählt man das Training dazu, war es mein 10. Treffer mit dem Kopf", meint der 25-Jährige mit einem Schmunzeln.

Mit diesem Treffer, seinem zweiten in der höchsten Liga, sei er nun endgültig in Wien angekommen. Den Transfer bereut er keine Sekunde. "Die Umstellung nach zehn Jahren Sturm war viel unkomplizierter als ich es mir vorgestellt habe. Ich fühle mich seit dem ersten Tag in Violett sehr wohl", erzählte der Mittelfeldspieler, der im ersten Saisonspiel gegen Austria Kärnten für die letzten 30 Minuten eingewechselt worden war, danach aber bisher alle fünf Partien (inklusive UEFA-Cup) durchgespielt hat.

Bereicherung für die Austria
Über den Europacup-Aufstieg in die zweite Quali-Runde des UEFA-Cups freute er sich natürlich, wenngleich er mit der Leistung seiner Mannschaft nicht restlos zufrieden war: "Spielerisch war es noch nicht das Wahre. Egal, Hauptsache war in dieser Partie ja das Weiterkommen." Auch er persönlich sieht für sich noch Potenzial nach oben. "Doch ich denke, dass ich mich gut eingefügt und gezeigt habe, dass ich auf der rechten Außenbahn eine Bereicherung für die Austria sein kann."

Mit Joachim Standfest hinter Krammer in der Vierer-Kette stimmt die Abstimmung schon ganz gut. Was Trainer Karl Daxbacher lobend anerkennt: "Sie harmonieren für die kurze Zeit schon ganz gut, wechseln einander immer wieder ab und sind dadurch für die Gegner schwierig auszurechnen." Krammer meint dazu: "Wir sind beide Obersteirer, und das sind prinzipiell unkomplizierte Leute. Aber es liegt wohl einfach daran, dass wir gut miteinander können."

"Sturm kann zu Hause jeden schlagen"
Beide haben außerdem schon oft genug sowohl rechts in der Vierer-Abwehr-Kette als auch auf der rechten Außenbahn gespielt, was dem Spielverständnis sicher förderlich ist. Mit Daxbacher kommt Krammer ebenfalls gut zurecht. Eine seiner großen Stärken sei, dass er sich in die Spieler hineinversetzen könne und er selbst sehr lange auf hohem Niveau Fußball gespielt habe. Grund des Wechsels von Graz nach Wien war, dort eines seiner wichtigsten Ziele zu erreichen: Viele internationale Spiele bestreiten zu können.

Bevor Krammer in der zweiten Quali-Runde des UEFA-Cups gegen WIT Tiflis wieder Erfahrung sammeln kann, möchte er drei Punkte in Graz mitnehmen. "Sturm kann zu Hause jeden schlagen, spielt schnell. Doch wenn wir hinten gut stehen, könnten wir mit Kontern zu drei Punkten kommen", hoffte der Mittelfeldmann und sagte zum Titelkampf: "Sicher ist Red Bull Salzburg Favorit, aber wir haben eine tolle Truppe mit Herz und einigem Potenzial. Ich hoffe, wir machen es den Bullen, Rapid und den anderen Vereinen so schwer wie möglich." Theoretisch ist es möglich, dass die Wiener erstmals in dieser Saison Tabellenführer werden.
(apa/red)

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3.8.2008 07:30