Dienstag, 5. August 2008

Kapfenberg für Rapid nur Aufbaugegner:
Kapfenberg bleibt in oberster Liga ohne Sieg

  • Coach Gregoritsch: "Wir waren der richtige Gegner"
  • Rapid über weite Strecken aber hinter Erwartungen

Der sieglose Aufsteiger Kapfenberg ist am Samstagabend der richtige Sparringpartner für die nach dem am Mittwoch bei Anorthosis Famagusta (0:3) erlittenen Europacup-Desaster betäubte Mannschaft von Rapid Wien gewesen. Eine solide Vorstellung im mit 16.400 Zuschauern fast vollen Hanappi-Stadion reichte dem Meister, um 3:1 (1:0) zu gewinnen und vorläufig die Tabellenspitze zu übernehmen. "Wir waren heute wohl der richtige Gegner für Rapid", sagte Kapfenberg-Coach Werner Gegoritsch.

Die Wiener wirkten keineswegs unverwundbar. Vor allem Tormann Georg Koch fiel immer wieder durch Unsicherheiten auf, flog an Flanken vorbei, faustete fangbare Bälle. Dass Kapfenberg erst in der 92. Minute ins Tor traf, verdankte der Meister auch einer gehörigen Portion Glück im richtigen Moment. "Mit dem Ergebnis kann man zufrieden sein", bilanzierte Rapid-Trainer Peter Pacult. Stürmer Stefan Maierhofer freute sich vor allem "über drei Punkte. Der Sieg war wichtig für uns alle, für den gesamten Verein. Ich denke, dass wir ein ansehbares Spiel geboten haben."

Größter Lichtblick an diesem Abend war ein 17-jähriger Bursche, der ab der 67. Minute sein Bundesligadebüt gegeben hatte. Der normalerweise bei den Amateuren spielende Nachwuchskicker Christopher Drazan sorgte für gehörigen Wirbel in der Kapfenberger Abwehr und legte das dritte Tor von Stefan Maierhofer mit einem überlegten Stanglpass vor. "Er hat ein gutes Auge. Das beweist er auch immer wieder im Training. Was ihn auszeichnet, ist seine super Grundschnelligkeit", lobte Pacult. "Man muss jetzt aber auch aufpassen, dass man ihn nicht zu viel lobt." Vor allem in der Abwehrarbeit habe Drazan noch Potenzial.

Harter Kampf gegen Anorthosis steht bevor
Nach getaner Arbeit gegen Kapfenberg dominierte der Ausblick auf das Rückspiel gegen Anorthosis in der 2. Runde der Champions-League-Qualifikation. "Auf Zypern haben wir nicht das Spiel gezeigt, das wir spielen können und wollen. Ich denke, dass wir heute ein gutes Spiel geboten haben. Wir werden alles für den Aufstieg geben", kündigte Kapitän Steffen Hofmann an.

Auf die unterlegenen Kapfenberger kommt in dieser Saison noch eine Menge Arbeit zu. "Es ist für diese junge und unerfahrene Mannschaft wichtig, dass sie von Spiel zu Spiel lernt", sagte Trainer Gregoritsch. "80 Prozent der Spieler haben noch nie vor so einer großen Kulisse gespielt. Die Mannschaft weiß aber, dass sie gegen jeden Gegner bestehen kann." Pacult pflichtete dem bei: "Gegen Kapfenberg werden noch andere Mannschaften große Probleme haben." Auf einen heißen Tanz kann sich der kommende Gegner des steirischen Aufsteigers auf jeden Fall gefasst machen - am Samstag (19.30 Uhr) steht das Derby gegen den SK Sturm Graz an.

SK Rapid Wien - Kapfenberger SV 3:1 (1:0)
Wien, Hanappi-Stadion, 16.400, SR Robert Schörgenhofer

Torfolge:
1:0 (15.) Hofmann
2:0 (69.) Kavlak
3:0 (72.) Maierhofer
3:1 (92.) Erkinger

Rapid: Koch - Dober (80. Thonhofer), Tokic, Patocka, Katzer (89. H. Eder) - Hofmann, Heikkinen, Kulovits, Kavlak - Jelavic (67. Drazan), Maierhofer

Kapfenberg: Eisl - Taboga, Akoto, Rauscher (46. Schönberger), Osoinik - Lienhart, Liendl (74. Erkinger), Siegl, Felfernig - Kozelsky, Sencar (54. Pejic)

Gelbe Karten: Keine bzw. Sencar, Rauscher

(apa/red)

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5.8.2008 16:03