Mittwoch, 30. Juli 2008

1:0-Sieg über Sturm Graz: Brasilianische Fußballkunst macht den SCR Altach glücklich

  • Ze Elias bester Altacher. Fuchsbichler voll des Lobes
  • Sturm haderte mit der eigenen Chancenverwertung

Dank brasilianischer Fußballkunst ist der SCR Altach in der Bundesliga auf die Erfolgsschiene zurückgekehrt. Eine seit März anhaltende Negativserie von sieben Partien ohne Sieg im Gepäck setzten die Vorarlberger gegen den bisher groß aufspielenden SK Sturm Graz mit Ze Elias erstmals auf ihren Star aus Südamerika - und wurden belohnt. Der Ex-Teamkicker der "Selecao" zeigte beim 1:0 gegen die Steirer seine Klasse und war bis zu seiner Auswechslung bester Altacher am Platz.

Drei Niederlagen zum Saisonauftakt und die damit verbundene "Rote Laterne" vor Augen setzte der unter Erfolgsdruck stehende Altach-Trainer Heinz Fuchsbichler alles auf eine Karte und schickte mit Ze Elias und Kapitän Kai Schoppitsch zwei offensichtlich nicht voll fitte Mannschaftsstützen aufs Feld. Ein Risiko, das sich bezahlt machen sollte. Während eine laut Coach Franco Foda "überhebliche" Sturm-Elf Chance und Chance vergab, setzten die beiden Altacher die entscheidenden Akzente.

Ze Elias glänzend aufgelegt
Schoppitsch, der nach einer halben Stunde wegen einer Oberschenkelblessur wieder ausgewechselt werden musste, verwertete den schlussendlich entscheidenden Strafstoß (21.), der Südamerikaner glänzte im zentralen Mittelfeld. Eine Stunde lang gefiel Ze Elias als Ballverteiler mit dem Auge für Mitspieler und "verbrauchte" mit dem Rot-gefährdeten Hlinka auch einen Gegenspieler, dann war der 31-Jährige mit seinen Kräften am Ende.

"Er hat Umstellungsprobleme gehabt, aber er wird nun immer wichtiger für die Mannschaft. Bis er auf seine 90 bis 100 Prozent kommt, dauert es schon noch ein paar Wochen", meinte Fuchsbichler über seinen neuen Regisseur, der auch nach seinem Austausch wild gestikulierend an der Seitenlinie stand. "Er hält die Bälle und kann sie gut verteilen. Das ist wichtig für uns", sagte auch Verteidiger Christoph Stückler, nachdem er in der Nachspielzeit in extremis gleich zweimal auf der Linie gerettet hatte.

Der UEFA-Cup-Sieger von 1998 mit Inter Mailand sprach nach seiner Vorstellung lapidar von "einem wichtigen Sieg". Dass Altach im Vergleich zu Mailand nicht dem Ideal von der großen Fußballwelt entspricht, sei kein Thema: "Für mich ist das kein Problem, Altach ist jetzt meine Wohnung."

Sturm hadert mit Chancenverwertung
Sehr wohl ein Thema im Lager der Grazer war nach dem verpassten Sprung an die Tabellenspitze der fahrlässige Umgang mit den sich bietenden Möglichkeiten. "Die Mannschaft hat gut gespielt, nur waren wir etwas überheblich und in der Chancenauswertung katastrophal", erklärte Foda, der die Situation in der 92. Minute bezeichnend für das "zu lockere" Spiel seiner Mannschaft sah. "Das war das i-Tüpfchen. Wenn man so unkonzentriert ist, kann man das Spiel nicht gewinnen."

Zumindest etwas entspannter als sein Trainer sah Ferdinand Feldhofer die erste Saisonniederlage. "Ich glaube nicht, dass einer absichtlich nicht ins Tor schießt. Wir haben die Chancen nicht verwertet, das war schon den vergangenen Spielen manchmal so", sagte der Verteidiger und sprach damit die einzige Schwachstelle der spielfreudigen Sturm-Mannschaft an. Nach englischen Wochen mit Meisterschaft und UI-Cup dürfen die Schwarz-Weißen nun einige Tage pausieren, ehe der Sturm auf die Tabellenspitze im sonntägigen Schlager der 5. Runde gegen die Wiener Austria erneut versucht werden kann.

(apa/red)

CASHPOINT - Wollen wir wetten?
Click!

30.7.2008 13:12