Sonntag, 3. August 2008

Honda buhlt heftig um Renault-Star Alonso:
Formel1-Team will den Ex-Champ abwerben

  • Spanier sondiert die Möglichkeiten für einen Wechsel
  • Wechsel könnte für Turbulenzen im Fahrerfeld sorgen

Seine fahrerischen Qualitäten sind unbestritten. Doch ein Siegerauto fehlt Fernando Alonso. Der Doppel-Weltmeister hat bei Renault zwar einen langfristigen Vertrag, sondiert aber die Möglichkeiten für einen Wechsel. Honda hat bereits großes Interesse am Spanier bekundet. Und weil sich Alonso erst im Herbst entscheiden will, befinden sich viele andere Formel-1-Piloten in Warteposition - darunter auch der Österreicher Christian Klien.

Langfristig will Alonso zu Ferrari, dort sind aber auch für die kommende Saison Kimi Räikkönen und Felipe Massa gesetzt. Räikkönen hat einen Vertrag bis 2009, Massa sogar bis 2010. Als einzigem der drei Topteams könnte sich bei BMW-Sauber eine Chance auftun, das Interesse der Deutschen ist aber begrenzt. Dafür hat Honda das Werben um Alonso intensiviert. "Er ist der beste Fahrer. Wir würden es lieben, wenn er zu uns kommen würde", sagte Teamchef Ross Brawn.

Der Brite war einst das Mastermind hinter den Erfolgen von Michael Schumacher bei Ferrari gewesen und traut Alonso ähnliche Titelserien zu. "Er könnte die nächste Ära dominieren", meinte Brawn. Die Hauptfrage dürfte sein, ob sich Alonso für ein oder zwei Jahre an Honda binden lässt. Während Renault von einer weiteren Zusammenarbeit ausgeht, spielt der 27-jährige Spanier auf Zeit. "Wir werden erst im September oder Oktober entscheiden."

Spanier sorgte schon im Vorjahr für Turbulenzen
Schon in der vergangenen Saison hatte Alonso das Fahrer-Karussell lange Zeit blockiert, als sich sein Abgang von McLaren abgezeichnet hatte. Erst im Dezember war seine Rückkehr zu Renault beschlossene Sache gewesen. "Die Situation ist ähnlich. Eigentlich hängt wieder alles von Alonso ab", sagte Klien. Der Vorarlberger fühlt sich als Testfahrer bei BMW zwar wohl, möchte aber unbedingt zurück in ein Renncockpit. Denn Testkilometer sind stark limitiert.

Aktiv von Team zu Team gehen, um sich anzubieten, werde Klien aber nicht. "Man kann selbst einschätzen, wie und wo es Chancen gibt. Eigentlich fühle ich mich hier sehr wohl und möchte nicht schon wieder das Team wechseln", sagte der 25-Jährige. "Am liebsten würde ich hier Rennen fahren. Im Prinzip sind unsere Stammfahrer aber bestätigt." Der Pole Robert Kubica wird sowieso von der halben Formel 1 gejagt, auch auf Nick Heidfeld hat BMW eine Option.

Wurz sieht gute Chancen für Honda 2009
Der zweite Formel-1-Österreicher braucht sich um seinen Job keine Sorgen zu machen. Alexander Wurz arbeitet als Honda-Testfahrer bereits intensiv am Auto für 2009. Durch das neue Reglement und die Rückkehr der Slicks sieht der Niederösterreicher "sehr gute Chancen, einiges aufzuholen". Sollte Alonso tatsächlich wechseln, würde ein arrivierter Fahrer plötzlich durch die Finger schauen. Bei Honda könnte es Jenson Button oder Rubens Barrichello treffen.

Während Red Bull Racing bereits Mark Webber und Sebastian Vettel für die kommende Saison fixiert hat, spekuliert Toro Rosso genau auf einen dieser erfahrenen Piloten. Dazu kommen aus der GP2-Klasse der Brasilianer Bruno Senna, der Schweizer Sebastien Buemi und der Franzose Romain Grosjean. "Das sind für uns die drei interessanten Leute", bestätigte Mitbesitzer Gerhard Berger. Auf einen Favoriten - statt oder neben dem mäßig erfolgreichen Franzosen Sebastien Bourdais - wollte sich der Tiroler aber nicht festlegen.
(apa/red)

3.8.2008 14:54
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