Ferrari will zurückschlagen: Italiener
freuen sich in Ungarn auf Hitzeschlacht
- Scuderia in letzten Rennen mit Reifenproblemen
- Hamilton: Ferrari hat immer noch fantastisches Auto

·Ungarn-GP: Hamilton will den Sieg-Hattrick
WM-Führender vorsichtig:
"Komplett anderer Kurs"
·Ferrari-Teamchef bestreitet eine Krise
Stefano Domenicali: "Wir
arbeiten für eine Wende"
Es wird also eine Hitzeschlacht. Der Hochsommer ist auch in Ungarn eingekehrt. Nicht zuletzt deshalb macht sich Ferrari nach einer kleinen Krise Hoffnungen, am Sonntag auf die Siegerstraße zurückzukehren. Dazu kommt die Charakteristik des Hungarorings, der Überholen kaum möglich macht und ob der vielen Kurven besonders viel Abtrieb verlangt.
Mit Reifenproblemen hatte Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali die zuletzt schwachen Ergebnisse begründet. In der Hitze von Budapest sollten die superweichen Bridgestone-Pneus aber richtig zu arbeiten beginnen. "Normalerweise ist es gut für uns, wenn es heiß ist. Die Hitze sollte uns helfen", sagte Weltmeister Kimi Räikkönen. Der Finne liegt in der WM derzeit sieben Punkte hinter Leader Lewis Hamilton und drei hinter seinem Teamkollegen Felipe Massa.
Auch Ferrari wird zum Hai
"Es ist kein Geheimnis, dass ich mit den vergangenen Rennen nicht zufrieden bin. Aber wir sind jetzt in einer besseren Position", meinte Räikkönen. Auf der Strecke soll die neue "Haifischflosse", die Ferrari als eines von mehreren Teams von Red-Bull-Designer Adrian Newey kopiert hat, die Scuderia schneller machen. Sie dürfte in Ungarn erstmals auch im Rennen zum Einsatz kommen.
Auch Hamilton hat Ferrari noch lange nicht abgeschrieben. "Ferrari hat immer noch ein fantastisches Auto", erinnerte der 23-jährige Engländer. "Ich glaube nicht, dass sie irgendwelche Probleme haben." Dennoch will Hamilton am Sonntag in Budapest seinen Vorjahrestriumph wiederholen und damit nach Silverstone und Hockenheim den Hattrick an Grand-Prix-Siegen perfekt machen. Zuletzt war das Rekordweltmeister Michael Schumacher im Juli 2006 gelungen.
Grünes Licht für Glock
Von den Ärzten endgültig Grünes Licht erhielt auch der Deutsche Timo Glock, der in Hockenheim mit einem schweren Unfall für Aufsehen gesorgt hatte. "Der Unfall sah spektakulärer aus, als er war", beruhigte der Toyota-Pilot, der danach über Rückenschmerzen geklagt hatte. "Ich habe aber keine Probleme mehr." Sein Team kämpft in der Konstrukteurswertung mit Red Bull und Renault um Platz vier hinter Ferrari, BMW-Sauber und McLaren.
Mit den hohen Temperaturen müssen sich in Ungarn nicht nur die Reifen-Ingenieure, sondern auch die Fahrer beschäftigen. Der Flüssigkeitsverlust in den bis zu 70 Grad heißen Cockpits beträgt auf einer GP-Distanz mehr als vier Liter, die üblichen Trinkflaschen im Cockpit fassen aber maximal 1,5 Liter Elektrolytgetränk. Um der Gefahr einer Dehydrierung vorzubeugen, müssen die Fahrer daher bereits im Vorfeld Flüssigkeit "tanken".
Mehr als sechs Liter nehmen die Piloten vor dem Start zu sich. Um den Körper an derartige Mengen zu gewöhnen, wird die Zufuhr bereits in der Woche vor dem Rennen sukzessive gesteigert. Der Flüssigkeitshaushalt spielt im Spitzensport eine zentrale Rolle. Laut medizinischen Erkenntnissen nimmt die Konzentration bereits bei zwei Prozent Verlust der Körperflüssigkeit ab, bei fünf Prozent liegt die Leistungsfähigkeit gar um ein Drittel darunter.
(apa/red)
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