Mittwoch, 30. Juli 2008

Folgt dritter Streich? Hamilton greift in
Ungarn nach Sieg-Hattrick in der Formel 1

  • Der Engländer will seine WM-Führung ausbauen
  • McLaren-Star vorsichtig: "Komplett anderer Kurs"

Ferrari hat sich zuletzt in Hockenheim nicht als wirklich großer Gegner für WM-Leader Lewis Hamilton präsentiert. Die Vorzeichen für den Formel-1-Grand-Prix von Ungarn sind aber gänzlich andere. Zu einzigartig ist die Strecke in Mogyorod bei Budapest, auf der neben Monaco mit dem weitaus größtem Abtrieb gefahren wird. Und Überholen ist auf dem Hungaroring sowieso schwierig bis unmöglich - sofern das Wetter am Sonntag hält.

"Das Qualifying wird entscheidend", meinte Hamilton. Der Vorjahressieger kommt mit dem Selbstvertrauen von eindrucksvollen Siegen in Silverstone und Hockenheim nach Ungarn. Drei Rennen hintereinander hatte zuletzt der zurückgetretene Rekordweltmeister Michael Schumacher im Juli 2006 gewonnen. "Ich surfe aber nicht auf irgendeiner Welle. Es ist ein komplett anderer Kurs. Ich werde mich hüten, starke Vorhersagen zu machen", sagte Hamilton.

Dennoch könnte der 23-jährige Engländer, der den Titel in seiner Debütsaison im Vorjahr nur um einen Punkt verpasst hatte, im elften WM-Lauf einen weiteren Schritt in Richtung Krone machen. Vier bzw. sieben Zähler liegt Hamilton (58) derzeit vor den Ferrari-Piloten Felipe Massa (54) und Weltmeister Kimi Räikkönen (51). "Ich habe meinen Stil nicht geändert", versprach der Jungstar, auch weiterhin ans Limit zu gehen. "Damit bin ich bisher sehr gut gefahren."

"Im Moment genieße ich es einfach"
Der neue Star der Szene scheint im Jahr eins nach dem unrühmlichen Abgang von Ex-Weltmeister Fernando Alonso zu Renault perfekt mit seinem McLaren-Mercedes-Team zu harmonieren. "Das Auto fühlt sich fantastisch an. Im Moment genieße ich es einfach", erklärte Hamilton. Im Vorjahr war das nicht immer der Fall gewesen. In Ungarn beispielsweise war es nach der Boxen-Blockade von Alonso im Qualifying am Boxenfunk zu einem Wortgefecht zwischen Hamilton und Teamchef Ron Dennis gekommen.

Alonso war für die Behinderung des Stallrivalen - ob absichtlich oder nicht - in der Startaufstellung um fünf Plätze zurückversetzt worden. Statt der Pole Position nur Rang sechs - ein womöglich WM-entscheidendes Urteil, zumal auch dem Spanier in der Endabrechnung nur ein Punkt auf Räikkönen fehlte. In Rage hatte Alonso auch in der Spionage-Affäre, die McLaren 100 Mio. Dollar kosten sollte, eine Wende herbeigeführt, indem er Dennis mit kompromittierenden E-Mails konfrontierte. Der Bruch nahm seinen Lauf.

Alonso auf Suche nach Erfolg
Ein Jahr später fährt Alonso hinterher. Der Asturier, der am Dienstag seinen 27. Geburtstag feierte, wartet 2008 noch auf seinen ersten Podestplatz. Den hatte zuletzt überraschend "Rookie" Nelson Piquet jr. für Renault geholt, Alonso dagegen 2003 in Ungarn seinen ersten Grand Prix gewonnen. "Daher habe ich sehr gute Erinnerungen an die Strecke", betonte der Spanier. "Ich bin entschlossen, mich in Ungarn zurückzumelden." McLaren, Ferrari und auch BMW-Sauber schienen unter normalen Umständen bisher aber außer Reichweite.

Stattdessen kämpft Renault mit Toyota und Red Bull um Platz vier in der Konstrukteurs-Wertung. Die Bullen haben in den vergangenen beiden Rennen nicht gepunktet und setzen auf eine neue Strategie. Der Schotte David Coulthard wird erstmals im dritten Rennen hintereinander denselben Renault-Motor einsetzen. Vorgeschrieben sind eigentlich nur zwei. Durch einen Wechsel erst bei der Premiere des Valencia-GP am 24. August erhofft sich Red Bull aber einen taktischen Vorteil für die ausständigen Rennen. Der Australier Mark Webber fährt schon in Ungarn mit neuem Triebwerk.

(apa/red)

30.7.2008 15:24
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