Obama nennt McCains Wahlkampf zynisch: Wolle mit Spears-Vergleichen nur ablenken
- Energie-Kehrtwende: Ölbohrungen doch möglich?
- Barack will sich in mehr als drei Debatten messen

·McCain: "Obama zieht
die Rassismus-Karte"
Rückstand auf Obama sinkt in wichtigen Staaten
Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Barack Obama hat seinem Konkurrenten John McCain einen zynischen Wahlkampfstil vorgeworfen. Indem man ihn mit Popstars wie Britney Spears und Paris Hilton vergleiche, wolle man die Wähler nur von den wirklichen Problemen ablenken. Auf einer Veranstaltung in Orlando sagte er am Wochenende, er werde McCains Charakter nicht angreifen, "ich werde ihn nicht mit Popstars vergleichen." McCains Team könne gut einen negativen Wahlkampf führen, "im Regieren sind sie nicht so gut.
McCains Wahlkampfsprecher Tucker Bounds begrüßte unterdessen Obamas Feststellung, er halte den republikanischen Wahlkampf nicht für rassistisch. "Wir sind froh, dass er das zurückgezogen hat, es war absolut falsch, und wir ziehen weiter", sagte Bounds. "Der einzige 'zynische' Kandidat in dieser Wahl ist Barack Obama wegen seines Widerstands gegen John McCains umfassenden Energieplan, der zusätzliche Ölbohrungen (vor der US-Küste) sowie eine Mineralölsteuersenkung und kostengünstige Atomenergie einschließt."
Obama vollzieht Kehrtwende in Energiefrage
In der Energiefrage vollzog Obama eine Kehrtwende, indem er die bisher verbotenen Ölbohrungen in ökologisch sensiblen Gebieten vor den US-Küsten nicht mehr ausschloss. Voraussetzung sei, dass damit eine umfassende Politik zur Förderung alternativer Energiequellen verbunden sei, sagte Obama in dem Interview der in Florida erscheinenden Zeitung "The Palm Beach Post". Größere Umweltschäden müssten allerdings vermieden werden.
US-Präsident George W. Bush hob Mitte Juli das Verbot von Ölbohrungen vor der Küste auf, das sein Vater, der frühere Präsident George Bush, 1990 erlassen hatte. Die oppositionellen Demokraten blockieren die Umsetzung jedoch mit ihrer Mehrheit im Kongress. Bush appellierte am Samstag in seiner wöchentlichen Radioansprache an die Demokraten, ihren Widerstand gegen das Vorhaben aufzugeben.
Mehr als drei öffentliche Debatten
Und auch in einer weiteren Wahlkampffrage vollzog Obama einen Kurswechsel: Aus seinem Wahlkampfteam verlautete, er wolle sich McCain nicht in mehr als den drei üblichen öffentlichen Debatten stellen. Im Mai hatte er McCains Aufforderung, in zehn gemeinsamen Auftritten zu diskutieren, eine "großartige Idee" genannt. Obama-Sprecherin Jen Psaki sagte am Samstag: "Wir stehen zu den drei Debatten auf dem Tisch. Es werden wahrscheinlich die drei Auftritte der Kandidaten im Herbst sein."
Aus demokratischen Wahlkampfkreisen hieß es dazu, Obama wolle nun in seiner Favoritenrolle McCain nicht zu Auftritten auf einer vielbeachteten Bühne verhelfen. Die 1987 gegründete Kommission für Präsidentschaftsdebatten hat bereits die drei Termine vorgeschlagen: am 16. September sowie am 7. und 15. Oktober.
(apa/red)
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