McCain und Obama suchen "Running Mate": Entscheidung für Vizepräsidenten fällt erst
- Beide Präsidentschaftskandidaten schweigen bislang
- Favoriten: Romney für McCain, Kaine für Obama

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Wenige Wochen vor den Nominierungsparteitagen ist eine wichtige Frage im US-Wahlkampf noch ungeklärt: Wen berufen die beiden Präsidentschaftsbewerber John McCain und Barack Obama als ihren jeweiligen Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten? Beide hüllen sich weiterhin in Schweigen. So sind politische Beobachter darauf angewiesen, zwischen den Zeilen zu lesen, um Hinweise zur Lösung dieses Rätsels zu finden.
Bei den Demokraten scheint mittlerweile klar, dass die Chancen von Obamas einstiger parteiinterner Widersacherin Hillary Clinton gesunken sind. Clinton, die zunächst als die sichere Favoritin für den Vizeposten galt, ist nach Ansicht von Beobachtern knapp vier Wochen vor dem Parteitag der Demokraten praktisch aus dem Rennen, oder steht kurz vor dem Aus. Obama antwortete in einem NBC-Interview auf die Frage nach seinem Running Mate, ihm gehe dabei vor allem darum, dass sein Vize seine Vision für das Land teile und "dass wir nicht nur unsere Politik fundamental ändern müssen, sondern auch die Art, wie Politik gemacht wird". Beobachter interpretieren diese Aussage als Absage an Clinton, die als Washington-Insiderin par excellence gilt.
Obama-Vize: Kaine ist Favorit
Die Wahlkampfbeobachter richten ihre Augen nun vor allem auf den demokratischen Senator von Virginia, Tim Kaine. Dieser weigerte sich zu Berichten Stellung zu nehmen, er habe Obamas Wahlkampfteam Einblick in seine finanziellen Angelegenheiten gestattet. Auch folgende Namen fallen immer wieder: Evan Bayh, Senator aus Indiana, Joe Biden, Senator aus Delaware, und Kathleen Sebelius, Gouverneurin von Kansas.
Auch McCain gestaltet seine Berufung der Nummer zwei spannend. Als potenzielle Kandidaten werden immer wieder genannt: Tim Pawlenty, republikanischer Gouverneur von Minnesota, sowie McCains einstiger innerparteilicher Gegner beim Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur, Mitt Romney, seines Zeichens ehemaliger Gouverneur von Massachusetts, und Rob Portman, ehemaliger Abgeordneter aus Ohio.
Kein Hautkrebs bei McCain
Angesichts all dieser Unwägbarkeiten ist eine Sache zumindest geklärt: Die Untersuchung einer Biopsie McCains ergab nach Aussage seiner Ärzte keine Spuren von Hautkrebs. Damit sei keine weitere Behandlung nötig, teilte ein Sprecher der Mayo-Klinik in Scottsdale im US-Staat Arizona mit. Die Ärzte hatten dem 71-Jährigen bei einer Routineuntersuchung ein Hautstück aus der Wange entnommen, um es auf die Entwicklung von Melanomen zu untersuchen.
Der Senator hat seit seiner über fünfjährigen Kriegsgefangenschaft in Vietnam mit Hautproblemen zu kämpfen. McCain waren seiner jüngst veröffentlichten Krankenakte zufolge vier Mal Melanome entnommen worden. Melanome sind bösartige Tumore der Pigmentzellen. (apa/red)
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