Hamas übernahmen Kontrolle über Fatah-
Hochburg: Neun Tote bei schweren Kämpfen
- 80 Menschen sind verletzt, darunter auch 16 Kinder
- Israel nahm mehr als 180 Fatah-Mitglieder auf
·Gazastreifen: Gewalt flammt abermals auf
Anschlagsserie: Rund 200
Fatah-Anhänger in Haft
·INFO: 20 Jahre lang Konflikt Fatah-Hamas
Ein Überblick über die wichtigsten Eckdaten
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US-Allianz mit Israel
Warnung vor Hoffnung auf raschen Frieden
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'Sieg des Widerstands'
Israel ließ Top-Terrorist nach Palästina ziehen

Bei dem folgenschwersten Gewaltausbruch im Gaza-Streifen seit der Machtübernahme der radikalen Palästinenserorganisation Hamas vor mehr als einem Jahr sind mindestens neun Menschen getötet und mehr als 80 weitere verletzt worden. Nach blutigen Gefechten mit Hamas-Milizionären flohen mehr als 180 Mitglieder der Fatah-Organisation von Präsident Mahmoud Abbas über die Grenze nach Israel. Knapp 40 von ihnen kehrten auf Anordnung des israelischen Verteidigungsministers Ehud Barak wieder in den Gaza-Streifen zurück, wo sie nach Angaben der Hamas-Sicherheitskräfte umgehend festgenommen wurden.
Die zurückgeschickten Männer seien in terroristische Aktivitäten gegen Israel verwickelt gewesen, ihr Transfer in das Westjordanland wäre daher den israelischen Sicherheitsinteressen abträglich, meldete "y-net", Online-Ausgabe der Zeitung "Yedioth Ahronoth". Hamas-Sprecher Sami Abu Zuhri erklärte in Gaza, dass sämtliche von Israel zurückgeschickten Personen in Gewahrsam genommen worden seien. Nach israelischen Berichten war Ägypten an den Gesprächen Israels mit Abbas über die Aufnahme der Fatah-Mitglieder beteiligt. Von den derzeit in israelischen Krankenhäusern befindlichen Flüchtlingen sind demnach zwölf Kinder, der Zustand von acht Personen sei kritisch, hieß es. Von den Flüchtlingen seien 22 mit Verletzungen in Spitäler eingeliefert worden, sagte eine Sprecherin der israelischen Armee in Jerusalem. Sie sprach von einer "humanitären Geste". Der Großteil der Flüchtlinge sollte weiter nach Ramallah im Westjordanland gebracht werden.
Spannungen haben sich dramatisch verschärft
Die Spannungen zwischen den beiden palästinensischen Organisationen hatten sich in den vergangenen Tagen dramatisch verschärft. Die Hamas, die die allgemeinen Wahlen Anfang 2006 mit großer Mehrheit gewonnen hatte und die Anerkennung Israels verweigert, verdrängte im Juni 2007 nach schweren Kämpfen die Fatah aus dem Gaza-Streifen. Präsident Abbas erklärte daraufhin die palästinensische Einheitsregierung unter dem Hamas-Premier Ismail Haniyeh für aufgelöst und setzte im Westjordanland ein Fatah-Notstandskabinett unter Salam Fayyad ein.
Zu den schweren Gefechten kam es, nachdem die Hamas das Stadtviertel Shejaia umzingelt hatte, um Mitglieder des mit der Fatah verbündeten mächtigen Hilles-Clans festzunehmen. Die Hamas wirft ihnen vor, hinter einem Bombenanschlag zu stecken, bei dem fünf Hamas-Kämpfer und ein Mädchen ums Leben kamen. Ahmed Hilles, Führungsmitglied des einflussreichen Clans, sagte dem israelischen Onlinedienst y-net, Hamas habe die Kämpfe begonnen, "weil sie eine so große und starke Familie wie meine nicht sehen will".
Als Reaktion auf die Kämpfe im Gaza-Streifen hatten am Samstag Mitglieder der zur Fatah gehörenden Al-Aksa-Brigaden einen Führer der Hamas im Westjordanland, Mohammed Ghazal, als Geisel genommen, dieser wurde jedoch wenige Stunden später freigelassen. Abbas hatte die Freilassung aller in dieser Woche im Westjordanland festgenommenen Hamas-Mitglieder angeordnet. Nach Angaben der Hamas wurden allerdings nur vier Anhänger der Organisation bisher aus der Haft entlassen. Im Gaza-Streifen ließ die Hamas unterdessen zehn führende Vertreter der Fatah frei. In Haft blieb allerdings Zakaria al-Agha, Mitglied des PLO-Exekutivkomitees. Der höchste Fatah-Funktionär in dem von der Hamas kontrollierten Gebiet war am Freitag festgenommen worden.
(apa/red)
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