Donnerstag, 31. Juli 2008

ÖAMTC-Helikopter stürzt in Budapest ab:
Fordert 1 Todesopfer & 3 Schwerverletzte

  • Maschine war an ungarische Flugrettung vermietet
  • Probleme mit dem Triebwerk Ursache des Unfalls?

Ein Menschenleben hat der Absturz eines Notarzthubschraubers in der Nähe von Budapest gefordert. Die Maschine der staatlichen ungarischen Flugrettung, die bei der ÖAMTC-Tochter HeliAir angemietet worden war, dürfte offenbar eine Notlandung versucht haben, als sie auf ein Feld stürzte. Ein Sanitäter kam laut ÖAMTC ums Leben. Der Rest der Besatzung wurde zum Teil schwer verletzt.

Der Unfall hatte sich rund 50 Kilometer südlich von Budapest zugetragen, wie Reinhard Kraxner, Geschäftsführer des "Christophorus Flugrettungsverein" sowie der ÖAMTC-Tochtergesellschaft HeliAir erklärte. Die Maschine war mit einem kranken Kind und dessen Mutter auf dem Weg in ein Spital, als es zum Unglück kam. Der Pilot erlitt laut Kraxner "sehr schwere Verletzungen", die Mutter des Kindes "geringe" und der Notarzt sowie der kleine Patient blieben "beinahe unverletzt".

Die Unfallursache war vorerst noch unklar, laut ersten Augenzeugenberichten könnte der Helikopter Probleme mit den Triebwerken gehabt haben und aus einer Höhe von 200 bis 300 Metern abgestürzt sein. "Es schaut aus wie der Versuch einer Notlandung", berichtete Kraxner, der mit einem Kollegen sofort nach dem Unfall nach Ungarn aufgebrochen war, um sich die Lage anzusehen. Der Hubschrauber sei völlig zerstört und liege auf einem drei bis vier Kilometer langen, abgeernteten Feld. Der Pilot dürfte eine Autorotation - eine Gleitfluglandung - versucht haben, meinte der Geschäftsführer.

Seit März 2006 fliegt die Flugrettung des staatlichen ungarischen Rettungsdienstes OMSZ mit Maschinen der österreichischen HeliAir. Es handelt sich dabei um sogenannte JAR OPS 3, Kategorie A Hubschrauber der Type Eurocopter EC 135, wie sie vom ÖAMTC auch in Österreich eingesetzt werden. Die verunglückte Maschine ist laut dem Geschäftsführer drei bis vier Jahre alt. "Wenn man gewohnt ist, intakte Luftfahrzeuge zu fliegen, solche Maschinen selbst geflogen ist und die ungarischen Kollegen daran ausgebildet hat, ist das durchaus ein emotionsgeladener Moment", sagte Kraxner. Neben der ÖAMTC-Flugrettung sind die zweimotorigen leichten Vielzweckhubschrauber in Österreich unter anderem auch bei der Flugpolizei im Einsatz. (apa/red)

31.7.2008 21:01