Flüchtlingswellen vor italienischen Küsten:
Auch Malta erlebt derzeit starken Zustrom
- Drei Migrantinnen nach Bootsuntergang gestorben
- 800 Ausländer erreichen Mittelmeerinsel Lampedusa

·Flüchtlingsdrama vor den Küsten Italiens
Kinder an den Folgen der Entkräftung gestorben
·Immigration: Italien ruft den Notstand aus
Harte Maßnahmen gegen Immigrantenströme
·"EU-Grenzen werden zu Massengräbern"
Weltflüchtlingstag: Harte Kritik an EU-Asylpolitik
·42 Mio. Menschen sind auf der Flucht
UNO veröffentlichte Welt- flüchtlingsstatistik 2007
·EU-Pläne für eine einheitliche Asylpolitik
Gemeinsames System soll ab 2010 gelten
Italien und Malta sind derzeit mit einer beispiellosen Flüchtlingswelle konfrontiert. Bei dem Untergang eines Flüchtlingsboots sind 80 Seemeilen südlich von Malta drei Frauen ums Leben gekommen. Eine schwangere Migrantin wurde noch lebend von der Küstenwache aus dem Wasser geholt, konnte jedoch nicht gerettet werden, berichteten italienische Medien. Ein Cargo-Schiff, dass sich in der Nähe des Unglücks befand, hatte einige Migranten gesichtet, die sich verzweifelt am umgekippten Boot festhielten, und Alarm geschlagen. 25 Personen konnten gerettet werden.
Die Flüchtlingslager auf Malta sind arg unter Druck, nachdem in den vergangenen Wochen Hunderte von Migranten aufgegriffen wurden. Zuletzt erreichten circa 100 Flüchtlinge die Insel. Und nun sichtete die Küstenwache Maltas weitere zwei Boote mit rund 50 Migranten an Bord.
800 Migranten erreichen Lampedusa
Auch auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa reißt die Flüchtlingswelle nicht ab. 800 Migranten erreichten die Insel zwischen Sizilien und Tunesien. Jetzt trafen über 500 Personen auf vier Booten ein. 339 von ihnen erreichten an Bord eines Fischkutters direkt den Hafen, berichteten die Lokalbehörden. Ein anderer Fischkutter hatte 250 Flüchtlinge an Bord, darunter auch 50 Frauen und mehrere Kinder, berichtete die Küstenwache. Ein weiteres Boot mit 50 Flüchtlingen wurde ebenfalls auf die Insel eskortiert.
Auffanglager kurz vor Zusammenbruch
Das Auffanglager auf Lampedusa steht kurz vor dem Zusammenbruch, nachdem zuletzt 400 Flüchtlinge auf der Insel gelandet waren und sich 700 Migranten in dem Lager befanden. Sie sollen bald nach Sizilien geflogen werden. Der Bürgermeister Lampedusas, Bernardino De Rubeis, schlug Alarm und bat um ein sofortiges Treffen mit Innenminister Roberto Maroni. De Rubeis sorgt sich um den Tourismus auf der Insel, der einen Rückgang von 30 Prozent verzeichnet hat. Der Fremdenverkehr ist eine Haupteinnahmequelle für die 20 Quadratkilometer große Insel.
Bereits am Dienstag waren beim Untergang eines Bootes mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. Am vergangenen Samstag waren zwei nigerianische Kinder ertrunken. Wegen des massiven Flüchtlingszustroms hatte der Ministerrat in Rom den Notstand ausgerufen. Dies soll der Regierung ermöglichen, Sondermaßnahmen gegen die illegale Einwanderung zu ergreifen und zu finanzieren.
(apa/red)
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