Dienstag, 29. Juli 2008

Schweizer Gefangene in Libyen entlassen:
Entspannung in Affäre um Sohn von Gaddafi

  • Verstoß gegen Aufenthaltsbestimmungen aufgehoben
  • Libyen drohte der Schweiz zuvor mit Öllieferstopp

Die beiden seit dem 19. Juli in Libyen festgehaltenen Schweizer sind wieder frei. Der zuständige Richter in Libyen habe die Freilassung der beiden Schweizer gegen Kaution angeordnet, teilte das Außenministerium in Bern mit.

Die Freigelassenen befänden sich zurzeit in der Schweizer Botschaft in Tripolis. Sie seien bei guter Gesundheit, dürften das Land vorläufig aber nicht verlassen, hieß es in der Mitteilung weiter. Die bilateralen Diskussionen auf diplomatischer Ebene werden laut dem Außenministerium fortgesetzt, um die Spannungen zwischen den beiden Ländern beizulegen.

Libysche Vergeltung für Hannibal
Libyen hatte nach der vorübergehenden Festnahme eines Sohns von Staatschef Muammar al-Gaddafi, Hannibal (Bilal), in Genf Vergeltungsmaßnahmen gegen die Schweiz ergriffen. So wurden unter anderem die beiden Schweizer unter dem Vorwurf der Verletzung der Einreisebestimmungen festgenommen. Auch der Flugverkehr zwischen den beiden Ländern ist drastisch reduziert worden. Zudem hatte Libyen der Schweiz einen Stopp der Öllieferungen angedroht.

Libyen riet seinen Staatsbürgern von Reisen in die Schweiz ab. Die Schweizer Behörden hätten fehlenden Respekt vor Libyern und anderen Arabern gezeigt und harsche Maßnahmen ergriffen, hieß es auf der Website des libyschen Außenministeriums. (apa/red)

29.7.2008 20:54