Australien geht neue Wege in Asyl-Politik:
Asylanten nur in Ausnahmefälle inhaftieren
- Mitte-Links-Regierung lockert hartes Vorgehen
- Noch 380 Asylbewerber in Australien im Gefängnis

Australien hat eine grundlegende Reform seiner umstrittenen Einwanderungspolitik angekündigt. Asylbewerber würden künftig nur noch in Ausnahmefällen inhaftiert, erklärte Einwanderungsminister Chris Evans. "Verzweifelte Menschen werden nicht dadurch abgeschreckt, dass ihnen eine harte Internierung angedroht wird", sagte der Vertreter der Mitte-Links-Regierung in einer Rede an der Australischen Nationaluniversität. "Sie flüchten häufig vor noch viel schlimmeren Bedingungen."
Vor sieben Jahren hatte der konservative Regierungschef John Howard ein hartes Vorgehen gegen illegale Einwanderung angeordnet. Seither wurden Asylbewerber unter dem Stichwort "Pazifische Lösung" auf meist abgelegene Inseln verbannt. Schlagzeilen machte zudem das harte Durchgreifen von Sondereinheiten gegen einen Frachter, der auf hoher See mehr als 400 mehrheitlich afghanische Flüchtlinge gerettet hatte, sie aber nicht in Australien absetzen durfte. Die Vereinten Nationen hatten das Vorgehen damals als Verstoß gegen die Menschenrechte kritisiert.
Nach Angaben der Organisation Amnesty International sind noch 380 Asylbewerber interniert, die von der Reform profitieren und entlassen werden dürften. Die Konservativen haben die Wahlen im vergangenen Jahr nach einem Jahrzehnt an der Macht verloren. (apa/red)
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