Dienstag, 29. Juli 2008

Todesstrafe gegen US-Soldaten verhängt:
Wegen Mord und Vergewaltigung verurteilt

  • Letzter Militärangehöriger vor 51 Jahren hingerichtet
  • Weißes Haus bezeichnet Urteil als ernste Entscheidung

Erstmals seit 51 Jahren hat ein US-Präsident der Todesstrafe gegen einen US-Militärangehörigen zugestimmt. George W. Bush akzeptierte das Urteil gegen den Soldaten Ronald Gray, der 1988 wegen Mordes und Vergewaltigung verurteilt worden war. Zuletzt hatte Präsident Eisenhower 1957 der Todesstrafe gegen einen Soldaten wegen Vergewaltigung eines elfjährigen österreichischen Mädchens zugestimmt.

Im Gegensatz zu zivilen Verfahren schreibt die US-Militärjustiz vor, dass ein Mitglied der Streitkräfte nur dann hingerichtet werden darf, wenn der Präsident zugestimmt hat. Das Weiße Haus hat Bushs Zustimmung zur Todesstrafe gegen den US-Soldaten, als "ernste und schwierige Entscheidung" bezeichnet. "Obwohl es eine ernste und schwierige Entscheidung für einen Oberbefehlshaber ist, ein Todesurteil gegen ein Mitglied der Streitkräfte zu bestätigen, glaubt der Präsident, dass die Fakten in diesem Fall keinen Zweifel daran lassen, dass die Strafe gerecht und notwendig ist", sagte Bushs Sprecherin Perino.

1988 von Militärgericht verurteilt
Der Soldat Ronald Gray war 1988 von einem Militärgericht verurteilt worden. "Soldat Gray wurde wegen brutaler Verbrechen verurteilt, darunter zwei Morde und drei Vergewaltigungen. Die Opfer waren eine Zivilistin und zwei Angehörige des Heeres", fügte Perino hinzu. Da mit weiteren Berufungen in dem Verfahren zu rechnen sei, werde das Weiße Haus nicht weiter Stellung nehmen.

(apa/red)

29.7.2008 08:42